25. Jul
2012

Zum Coiffeur in China?

GuilinWährend unserer Zeit in China würde ja mal wieder ein Besuch beim Frisör anstehen. Nach einem prägenden Erlebnis vor der Glasfront eines Coiffeur-Salons in Guilin werde ich mich jedoch davor hüten, mich von einem Chinesen frisieren zu lassen. Vorher tu ich das bei Dschingis Khan in der Mongolei. Die Szene ist nur schwierig zu beschreiben: Da stehen im Salon etwa 10 Angestellte mit ernster Miene stramm in Reih und Glied, vor ihnen die Chef-Frisösin. Die Chefin schreit etwas, die Angestellten brüllen gemeinsam zurück. Dann folgt das Marschieren an Ort und Stelle, das Stampfen mit den Füssen und Kampfbewegungen mit den Armen, natürlich schön synchron und immer noch in Reih und Glied. Wieder Kampfschreie des Generals, und postwendend die laute Antwort der Soldaten. „Wie im Militär“, denke ich mir noch im einen Moment, im anderen setzt lüpfige Musik ein. Nun tänzeln die Angestellten plötzlich locker flockig an ihrer Position vor sich hin, singen lauthals mit und grinsen in der Gegend rum. Francesca und ich schauen uns nur kopfschüttelnd mit offenem Mund an und beginnen zu lachen. Was das Ganze sollte, darüber können wir bis heute nur spekulieren. Verordnetes Warm-Up oder gemeinsames Arbeitsbeginn-Ritual? Wir werden es wohl nie herausfinden.

Die Chinesen starren uns ja sehr gerne an. Was noch viel beliebter ist als das Starren, ist das heimliche Fotos knipsen von uns. Naja, „heimlich“ ist nicht ganz richtig, aber dazu vielleicht später mal mehr. Die unangefochtene Königsdisziplin ist hier natürlich, ein Foto von sich selbst mit uns drauf zu haben. So fragte mich in Guilin vor dem See mit den schönen Pagoden ein stolzer China-Papa mit seinem Sprössling: Foto? Nein, ich solle kein Foto von ihnen machen, er wolle eins von mir mit seinem Kleinen. Ich steh also da am Ufer, grinse in die Kamera und halte den Kleinen auf den Beinen damit er nicht vorneüber auf die Nase fällt. Dieser findet es überhaupt nich lustig und schreit wie am Spiess. Papa und Mama knipsen unterdessen strahlend Fotos vom grossen, bärtigen Westler, der irritiert aber mit breitem Grinsen ihren Jungen hält. Was die Eltern bei der Ferienfoto-Diashow im Kreis ihrer Familie wohl bei dem Foto erzählen werden? Ich wills nicht wissen.

Von Pädi | 6 Kommentare | Kategorie(n): China, Nordostasien

Kommentare

sili sagt:

Hönd coiffeusa kei liegistütz müssa nacha?
1, go 2, go 3, go ….

Pädi sagt:

Ja, Liegestützen hätten absolut ins Programm gepasst ;-)

Gritli und Jakob aus Sulgen sagt:

Wir wünschen euch beiden weiter viele netten Erfahrungen und viel Glück dazu.Wir bewundern euren Mut zum Unternehmen und grüssen euch herzlich Gritli und Jakob

Mathias sagt:

He, a dänä zwei türm simmer au verbii gfahrä und händs bi tag und nacht gföttäled…
Hebed na vill spass…

Pädi sagt:

Danke Mathias, dank euem Tipp startet morn üsi Tour mit Evasion Mongolie do in Ulaanbaatar:
http://goo.gl/z4Ug3

Francesca sagt:

Viele Dank Gritli und Jakob.

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