8. Nov
2011

Leider kein Gold gefunden in Ouro Preto

Nun gut, wir geben es ja zu, dass wir mit unseren Blogeinträgen immer wieder ganz schön hinterherhinken. Der findige Leser hat das natürlich bemerkt, gell Nadia („Ihr wart doch in Rio, hab noch gar nix darüber gelesen!?“). Wir sind jetzt in Foz de Iguazu und haben Rio de Janeiro und São Paulo bereits hinter uns gelassen. Und ich komm jetzt noch „wiä di alt Fasnacht“ mit einem Bericht aus der Region Minas Gerais (bereits 2 Wochen her, dass wir da waren).

Dass unsere Artikel nicht immer ganz brühwarm serviert werden, hat natürlich seine Gründe. Da gibts nämlich jede Menge Dinge die uns vom Schreiben abhalten: Schöne Strände, spannende Städte, gutes Essen und gastfreundliche Brasilianer. Oder wir brauchen einfach mal Erholung z.B. nach einer langen Nachtbusfahrt direkt neben der Bordtoilette wie gerade eben – geruchsmässig deckte sich unsere Fahrt mit einem 16h Aufenthalt in einem Toi Toi WC. Unglaublich wie oft das Klo in der Nacht benutzt wird, ich hab erst nach Stunden dank guter Musik zu Schlaf gefunden. Takk, Sigur Rós.

Doch ich schweife ab, eigentlich sollte ich ja über unseren Stopp in der Region Minas Gerais schreiben. Belo Horizonte, die Stadt mit dem wohklingenden Namen, besticht nicht gerade durch ihre Schönheit. Viel Autos und Beton bleiben mir in Erinnerung. Immerhin haben wir im lokalen Mercado Central endlich herausgefunden, wie die Açai-Beere doch noch schmeckt. Zusammen mit Banane, Honig und Granola (Müsli) schmeckt das Ganze klasse. Die Region Minas Gerais ist zudem für ihren speziellen Frischkäse bekannt, ebenfalls sehr lecker und in vielen Gerichten zu finden.

Glücklicherweise gibts um das weniger schöne Belo Horizonte einige sehenswerte Kolonialstädtchen. Wir beehrten das UNESCO-Weltkulturerbe und ehemalige Goldgräber-Örtchen Ouro Preto mit einem Besuch. Mit seinen 23 Kirchen und unzähligen Kolonialbauten gibts im Ort sehr viel zu sehen. In der Blütezeit der Stadt wurde in der Gegend sehr viel Gold gefunden, für uns war leider nix mehr übrig. Eine Schulklasse auf einem Ausflug fand dann uns beide anscheinend spannender als die alten Mauern. „Americanos?“ – „Não, suiço!“. Kurzerhand mussten wir für unzählige Fotos mit ihnen herhalten (wir haben leider keins). Bestimmt schwirren die Fotos mit uns jetzt auf zig Facebook-Alben und Pinnwänden dieser brasilianischen Teenies rum. Irritierend und witzig zugleich.

Für uns selber war es in Ouro Preto der steilen Strassen und Gassen wegen nicht immer einfach gerade Fotos zu schiessen. Falls irgendwo ein schiefes Foto auftaucht, muss der Grund dafür jedoch nicht zwingend eine steile Gasse sein. Bei der drückenden Mittagshitze kamen wir nämlich auf die glorreiche Idee, unseren Durst mit einem Caipirinha zu löschen. Und der war stark. Sehr sehr stark. Die eine Hälfte von uns zwei verträgt dies ja etwas besser, die andere weniger. „Chum mir blibed nochli sitze.“, „Heb mi doch, chasch mi nöd träge?“ und „Du hesch vier Auge.“ meinte F.P. aus W. plötzlich zu mir. Eine Riesengaudi für mich. :-)

Von Pädi | 1 Kommentar | Kategorie(n): Brasilien, Südamerika

Kommentare

Sandro sagt:

Ihr seid mir ja lustige, bei der grössten Hitze noch Caipirinhas reinzuschütten. Aber wäre mir immer noch lieber als das vernebelte Andwil-Arnegg. Schön zu hören, dass es auch Sigur Rós auf die Reise geschafft haben. Funktioniert halt in vielerlei Hinsicht die Musik.

Gute Blogeinträge, spannend, informativ und lustig zu lesen, auch wenn das mit Verspätung kommt. Immer gern.

Ganz liebe Grüsse zu euch
Sandro

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