5. Dez
2011

Meine Lieblingsnachbarn in Montevideo und Colonia del Sacramento

So hopp, ich bin ganz arg im Verzug mit unseren Posts, darum passen heute gleich 2 Städte in einen Blogeintrag. Es geht eben einfach alles so wahnsinnig schnell und unsere Finger tippen schlicht weg weniger schnell, als dass unsere Augen sehen und unsere Mägen verdauen… Da muss dieser Zusammenschnitt halt mal sein.

Wir waren ja nicht unglücklich, die Strandszenerie in Punta del Este zu verlassen und so kam uns das gemütliche Montevideo eigentlich ganz gelegen. Zwar Hauptstadt, aber ziemlich beschaulich, vor allem am Sonntag. Ein bisschen (Floh)Marktshopping: Pädi wollte unbedingt diese speziellen Latschen aus Uruguay, um weniger als Tourist aufzufallen, so seine Devise – diese ewige Integration… Die Schuhe gefallen ihm so gut, dass er einfach nicht wahr haben will, dass diese bloss von Herren in gesetzterem Alter getragen (eher geschlarpt) werden und er wiederum deswegen auffällt *räusper*.

Mit neuen Schuhen und touristischer Freundin ohne einheimische Schuhe, gings zu Fuss quer Beet durch die Stadt. Da war Platz für die Altstadt, für den Strand (aber nur ganz wenig von Weitem), fürs gemütliche Einkehren in Cafes und natürlich fürs Essen. Im lokalen Markt am Hafen gings deftig zu und her, da landeten scheinbar halbe Rinder auf dem Grill und wir an vorderster Front. Nach dem Essen gut geräuchert, aber mit vollem Bauch und glücklich.

Die beste Investition in Montevideo waren dann wohl unsere HI-Ausweise (Jugendherbergen), die wir uns ausstellen liessen (Pädi würde wahrscheinlich seine Latschen zuoberst listen…), denn bereits in Colonia würden sie ihren zweiten Dienst leisten.
Aber noch waren wir ja nicht da – da war zuerst eine etwas haarsträubende Fahrt. Nicht dass die Strecke im Allgemeinen besonders anspruchsvoll zu fahren war, nein nein, es war die gute Unterhaltung, die uns fast von den Socken riss. Noch nie habe ich mich so über einen nicht aufgeladenen iPod geärgert… Do woar e ganze Gruppe Doidscher, die uns ganz dolle unterhaltn habn. Mei, gabs do dolle, eschte Pfeade und fabiche Audos zu sehn auf diesa Foahrd und auch dea Kreisel is nur no vierzich Kilometa entfeant. Und nach Bonnes Ahres wolln se ono… MEINE NERVEN! (Anmerkung der Redaktion: Lieber Bobby, es hätte auch eine Schweizer Reisegruppe sein können…)

Colonia, mit bürgerlichem Namen noch das del Sacramento hinten an, war eine Wohltat für die Seele, obwohl mehr Museum als Stadt. Wir blieben nur kurz, doch erkundet haben wir doch fast alles, auch ohne die durch Colonia flitzenden Golfcarts, die hier als Fortbewegungsmittel genutzt werden („diese Urus soans scho komisch“ hörte ich bereits im Hinterkopf). Unsere letzte Station in Uruguay.

Von Francesca | 4 Kommentare | Kategorie(n): Südamerika, Uruguay

2. Dez
2011

Tigi meets Uruguay

Eigentlich hatte Tigi ja vor, sich in Uruguay den Kühen zu nähern zwecks Heimatgefühlen, doch diese waren einfach so weit weg und Tigi ist etwas lauffaul. Einen Schwatz mit einem Gaucho hat sich leider auch nicht ergeben. So blieb ihr noch der Strand – ein bisschen Posing hier und da. Sie schien nach dem Strandbesuch aber nicht allzu enttäuscht, wieder mit dem Platz im Rucksack vorlieb nehmen zu müssen, denn diese Aufmerksamkeit von anderen Touristen schien sie etwas in Verlegenheit zu bringen.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Südamerika, Tigi meets..., Uruguay

29. Nov
2011

Wir sind schlechte Strand-Touristen – Punta del Este

Punta del Este gilt bei den Südamerikaner als ziemlich populärer Badeort. In den Sommerferien (bitte rasch umdenken, Sommer ist irgendwann zwischen November und Februar) strömen die Leute massenhaft hier hin und feiern Partys bis zum Abwinken. Wir stellten uns psychisch also vor unserem geplanten „Relaxen-am-Strand“ Besuch in Punta schonmal auf das Ibiza von Uruguay ein. Doch weit gefehlt: Leere Strassen, kaum Leute am Strand und viele Geschäfte haben geschlossen. Anscheinend ist noch Pre-Highseason bei unserer Ankunft. Um so besser für uns, da können wir nach den Busfahrten durchs Hilly-Billi Hinterland von Uruguay mal endlich wieder wie geplant ausspannen. Also ab mit dem Buch an den Strand und etwas in der Sonne braten.

So ein halber Tag am Strand war dann auch schon wieder genug für uns. Der Sand ist halt etwas sandig und „chläbt überall“ (ich gebs zu, es gibt schlimmere Probleme). Und schliesslich sind wir hier ja nicht etwa im Urlaub, ne. Also machten wir uns doch lieber auf zu einem Ausflug wo wir mal wieder bei 35 Grad an der prallen Sonne rumwatscheln oder auf den Public Bus warten dürfen. Wir statteten dem Lebenswerk „Casa Pueblo“ des uruguayischen Künstlers Carlos Páez Vilaró, einem riesigen weissen Haus/Hotel an wunderschönen Küstenlage, einen Besuch ab. Sehr sehenswert, nur unsere Abstimmung mit dem Busfahrplan wäre noch zu optimieren.

Wer in Uruguay übrigens ein Bier bestellt, sollte immer genügend Durst mitbringen. Das kleine Bier (vgl. Stange) existiert hier ausschliesslich auf der Karte. Serviert wird in nahezu jedem Fall, unabhängig von der Bestellung, die 1L Flasche. Grund dafür ist wohl, dass die Uruguayer gerne ein Bier zu zweit teilen. So durfte ich auf der Reise durch Uruguay manch eine Literflasche mit mir selbst teilen.

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Südamerika, Uruguay

27. Nov
2011

Mit dem Bus ist es am schönsten…

Weil unsere Toleranzgrenze bezüglich Anzahl Busfahrstunden noch nicht erreicht wurde, haben wir uns doch tatsächlich für eine Busfahrt quer durch Uruguay entschieden. So tingelten wir mehrere Tage durch die Steppe und übernachteten in Städtchen mit Wild-West-Charme und wohlklingenden Namen wie Tacuarembó, Melo und Treinta y Tres. Das Ganze war relativ gut überschaubar und so war wenigstens 3 Mal auf unserer Reise der Busterminal sehr nah.

Die Fahrten waren sehr angenehm, mal lief uruguayisches Radio, mal knabberten wir Empanadas oder nutzten das freie Internet im Bus. Aber hauptsächlich schauten wir aus dem Fenster, denn schliesslich war dies unser erklärtes Ziel für die Durchquerung von Uruguay. Zumindest ich habe das Ziel erreicht und ständig durch die Fensterscheiben nach dem nächsten Highlight Ausschau gehalten (wohl oder ÜBEL ohne andere Alternative…). Pädi hat meist von der Landschaft geträumt.

An mir vorbeigezogen sind endlose Weiten, hügelige Landschaften und sumpfige Gebiete, aber vor allem Kühe und Pferde (höre ich da schon Grossvater sagen, dass ich für das nicht ins Ausland hätte gehen müssen :)?) Mitten im Nirgendwo hielt dann immer wieder mal der Bus an und Gauchos mit ihren Hemden, Hüten und kniehohen Stiefeln stiegen ein oder aus – und Pädi erwachte aus seinen Träumen.

Von Francesca | 3 Kommentare | Kategorie(n): Südamerika, Uruguay