23. Jan
2012

Wüstenprogramm in San Pedro de Atacama

Mit dem Nachtbus gings in Richtung San Pedro de Atacama. Von der Küste auf 2440 m.ü.M. in die Wüste, so quasi von 0 auf 100. San Pedro – die Extreme. Tagsüber super heiss, nachts saukalt. Hunde und Staub en masse, Wasser nur tröpfelnd. Wenn schon Touristen, dann in Scharen.

Wir liessen es langsam angehen und so entspannten wir in der Hängematte – schliesslich wollten wir ausgeruht sein für unser Wiedersehen mit dem Walliser-Glarus-Paar Charlotte und Mathias mit denen wir allerhand vorhatten. So radelten wir zusammen in die Wüste, stampften im Fluss, erkletterten Felsen (Was siehst du? Ahh.., auch Stein und Sand? Ja, dasselbe wie vorher!), teilten Guezli und Wasser, schwankten zusammen zum Hostel nach wohlverdientem Pisco Sour uuuuund buchten miteinander die Tour von San Pedro nach Uyuni in Bolivien.

Frühmorgens gings los mit dem langen Grenzübertritt nach Bolivien; die Chilenen schienen uns einfach nicht gehen lassen zu wollen. Bald merkten wir auch den Grenzverlauf des Landes. Teerstrasse endet, Schotter beginnt – bienvenidos a Bolivia. Ein bisschen gespannt waren wir nach dem Grenzübertritt nach Bolivien ja schon, mit welchen anderen Leuten wir vier nun den 4×4 teilen werden. War es die brasilianische Familie mit den keifenden Mädels? Oder die mitteilungsbedürftige Nachbarin vom Norden? Oder aber das italienisch-irische Paar? Gar die hundehassenden Engländer? Unser Glück war uns wiedermal hold und ein französisches Paar wurde uns zugeteilt. Somit machte sich die Schweizerische-Französische Allianz mit bolivianischem Guide Edwin auf den Weg in unser gemeinsames dreitägiges Abenteuer.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Chile, Südamerika

21. Jan
2012

Tigi meets Chile

Auch Enten sollen feine Tropfen mögen, liess ich mir sagen und so liess sich Tigi die Weindegustation in Santiago nicht entgehen. Fazit: Tigi musste heimgetragen werden – die Räder rollten etwas gar unkoordiniert.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Chile, Südamerika, Tigi meets...

19. Jan
2012

Santiago – St. Gallen trifft Wallis und Glarus

Gleich am ersten Morgen in Santiago hörten wir am Tisch nebenan Schweizerdeutsch. Wir mussten jedoch ganz gut hinhören, bis wir beiden Ostschweizer das Walliserdeutsch von Charlotte erkannten. Charlotte und ihr Freund Mathias aus dem Glarus waren gerade aus Neuseeland angekommen um Chile, Argentinien und Brasilien zu bereisen. Die Monate zuvor verbrachten sie in Australien, China, Nepal, Indien, der Mongolei und Russland. Da unsere Reise genau in die Gegenrichtung geht, gab es genügend Gesprächsstoff und der rege Austausch endete auch in vielen Stunden Zusammensitzen und Quatschen. Neben den Reiseerfahrungen tauschten wir nebenbei auch viele lustige Worte in unseren Dialekten – gar nicht immer so einfach, so eine Konversation in Schweizerdeutsch. Im Wallis werden die „Üsserschwizer“ (Ausserschweizer/alle ausserhalb des Wallis) beispielsweise als „Grüezis“ bezeichnet. Da müssen wir zwei Grüezis also erst bis Santiago reisen um mal wieder etwas Neues Schweizerisches zu lernen.

Bei so viel schweizerischem Austausch kam auch fast die Hauptstadt Chiles zu kurz. Den Ausblick auf das von Bergen eingekesselte Smog-Santiago vom Hügel San Cristobal und das „Chrömlä“ in den vielen Krimskrams Läden liessen wir uns jedoch nicht nehmen. Abends probierten wir uns dann durch Spezialitäten wie „Pastel de Choclo“ (Maisauflauf) und chilenischen Eintopf. Im nahe gelegenen Weingebiet Maipú gings tags darauf noch zum Weingut Undurraga um die Herkunft des Chilenischen Weins zu erkunden. Uns wunderte dann aber doch sehr, dass der Gründer des Weinguts vor etwa 120 Jahren die ersten Pflanzen aus Europa mitbrachte. Wurde der etwa damals an der chilenischen Grenze nicht so rigoros kontrolliert wie wir? Nach einer kurzen Weindegustation kauften wir natürlich noch eine Flasche für einen Test durch unsere Bekannte aus dem Schweizer Wein-Kanton. Der Chilenische Tropfen kommt natürlich nicht ganz an den Walliser-Wein heran. Leer wurde die Flasche aber trotzdem.

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Chile, Südamerika

15. Jan
2012

Streetart-Paradies Valparaíso

An kaum einem Ort haben wir wohl bisher so viele Fotos geknippst wie in Valparaíso. Und dies will was heissen, denn mit unserem Motto „nöd all Henneschiss fötele“ haben wir normalerweise einen eher zurückhaltenden Umgang mit der Fotokamera. Aber in diesem bunten Paradies, wo keine Wand, keine Tür und keine Hausecke unbemalt oder unverziert bleibt, kann man einfach nicht anders als alle paar Meter die Kamera zu zücken.

„Valpo“ hat seine besten Zeiten längst hinter sich. Seit der Eröffnung des Panamakanals vor knapp 100 Jahren, ging es mit der einst wichtigen Hafenstadt etwas bergab. Die Stadt wirkt auf den ersten Blick etwas verrucht und es gibt bestimmt ein paar dunkle Ecken die man in Valparaíso meiden sollte. Bis hoch in die vielen Hügel der Stadt scheint es, als ob planlos kreuz und quer gebaut wurde. Doch genau dieser Hang zum Unperfekten verleiht der Stadt den besonderen Charme, den wir noch nirgend sonst bis jetzt so gefunden haben.

Die Stadt machte es uns aber auch nicht einfach, uns nicht in sie zu verlieben: Die uralten grünen Busse aus St. Gallen, die Zmorge-Cafés und Restaurants, die teils über 100-jährigen schönen Ascensores (Aufzüge) an den vielen Hügeln und  nicht zuletzt die allgegenwärtigen, einerorts schlichten, anderenorts wunderbar grossflächig gemalten Kunstwerke an den Wänden taten ihr Übriges, dass wir uns nur schweren Herzens wieder von Valpo nach Santiago verabschiedeten. Die Stadt ist ein bunter Klecks auf unserer Reise und kriegt von uns uneingeschränkte Weiterempfehlung.

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Chile, Südamerika

9. Jan
2012

Am Ende in Pucón

Für den Jahreswechsel hatten wir uns Pucón ausgesucht, etwas touristisch, aber nicht gerade Jubel-Trubel. „Was kann man dort machen?“, fragten wir uns. Ahh, da hat es einen Vulkan, den man besteigen kann, das wollte ich schon iiiiimmer mal machen… Nach kurzer Recherche im Internet über die besten Touranbieter, stiessen wir dort auf Rückmeldungen anderer Vulkanbesteiger. Hätte ich besser nicht gelesen. Vorhin noch toll motiviert, dies auch schaffen zu können, sank meine Begeisterung merklich. Da war von „…unbedingt gute Kondition erforderlich…“ und „…Gelegenheitssportler werden den Aufstieg nicht schaffen…“ die Rede. Ach du meine Güte, ich bin nicht mal ein Gelegenheitssportler… Vor dem Agenturbesuch habe ich Pädi schon mal sachte darauf vorbereitet, dass er da alleine hochkraxeln kann und ich mir einen relaxten Tag in der Therme mache!

Pädi und die Mitarbeiterin der Agentur hatten dann aber doch noch ein paar gute Argumente gegen meine „bitzli Angscht“ z.B.: „Ihr habt Brasilianer auf eurer Tour, die können nicht Bergsteigen“ – sehr beruhigend. Oder: „Schweizer haben von Grund auf eine gute Kondition“ – wenn die Gute wüsste…

Keine Ausrede führte daran vorbei, dass wir am Silvestermorgen um 6:00 losgingen, Pädi voller Vorfreude, ich nur leicht nervös (wo ist das nächste WC bitte?). In der Agentur mussten wir uns noch vorbereiten so à la:

Ich packe meinen Rucksack und nehme mit…

Proviant (sinnvoll), Skihose und Jacke (wow, wird kalt), Helm (so gefährlich?), „Tellerschlitten“ (das kann ja spassig werden), Eispickel (wie bitte?), Steigeisen (also hallo gehts noch???).

Der Aufstieg war steil und streng, aber der Ausblick vom Kraterrand entschädigte für alles. Der Vulkan Villarrica ist aktiv und lässt immer mal wieder Schwefelräuchlein steigen, das dann wahnsinnig in Augen und Mund brennt, weswegen unser Aufenthalt am Kraterrand zeitlich beschränkt war. Wir wollten aber auch unbedingt schnell wieder los, denn wir mussten den Abstieg nicht zu Fuss auf uns nehmen, sondern durften hinunterschlitteln auf unserem Allerwertesten. Der Abstieg war bedeutend schneller und mit mehr Spass verbunden; ein paar blaue Flecken werden sich aber in ein paar Tagen sicherlich bemerkbar machen, denn die Brasilianer waren weit weniger geübt im Böbbeln als gedacht…

Silvesterabend gestaltete sich dafür weit weniger spektakulär als erwartet, was vielleicht auch mit uns zwei total Erschöpften zu tun hatte. Knapp über die zwölf schafften wirs gerade noch, oh happy new year!

Von Francesca | 1 Kommentar | Kategorie(n): Chile, Südamerika