20. Nov
2011

Die Iguaçu Wasserfälle

Zum Abschluss unserer Reise durch Brasilien erwartete uns an der Grenze zu Argentinien noch ein absolutes Highlight. Die Iguaçu-Wasserfälle gelten als die wohl schönsten der Welt (jaja, ein bisschen Touristik-Werbung darf doch sein). Francesca war auf ihrem Südamerika Ego-Trip schon mal bei den Fällen und kannte die Gegend schon. Für mich war der Besuch jedoch der Wahnsinn, noch nie hab ich eine solche Wassermenge von Klippen stürzen sehen. Wir besuchten die brasilianische Seite mit dem schönen Blick auf die Fälle (ca. 275 an der Zahl), sowie die argentinische Seite auf welcher man dem brausenden Wasser näher kommt. Der Devil’s Throat (Teufelsrachen) hat uns glücklicherweise nicht verschlungen. Er begnügte sich damit, uns mit Wasserwolken vollzuspritzen. Als Tüpfelchen auf dem i gönnte ich mir noch den kurzen Heliflug über die Gegend – eine einmalige, gigantische Aussicht!

Der Superlativen noch nicht genug, steht in Foz do Iguaçu an der Grenze zu Paraguay mit dem Itaipu-Damm einer der grössten Staudämme der Welt. Er gehört zu gleichen Teilen Brasilien und Paraguay und deckt grosse Teile derer Stromversorgung. Wie ich gelesen habe, könnte man mit dem verbauten Beton eine zweispurige Autobahn von Moskau nach Lissabon bauen. Ein schöner Vergleich, um die riesigen Dimensionen fassen zu können.

Da Francescas Tigerente bis anhin noch nicht so viel von Brasilien gesehen hatte, besuchten wir mit ihr noch den grossen Vogelpark in Foz do Iguazu. Prompt schloss das Schlitzohr Bekanntschaft mit einem Tucan. Die Anmache des Latinos war aber wohl etwas zu plump, denn die beiden farbigen Vögel gehen bereits wieder getrennte Wege. Mit unserem Aufenthalt in Foz do Iguazu ging so auch unsere Zeit in Brasilien zu Ende. Wir können auf eine tolle Zeit in einem Land zurückblicken, das uns mit seiner Vielfalt immer wieder überrascht hat.

Bye bye Brasilien, du hast uns sehr gut gefallen! Vielleicht kommen wir ja mal wieder, um die noch nicht besuchten Plätze zu entdecken..

Als Zugabe noch ein Video von der brasilianischen Seite der Iguaçu-Fälle (die anderen Touris konnte ich leider nicht rausschneiden):

Von Pädi | 1 Kommentar | Kategorie(n): Argentinien, Brasilien, Südamerika

17. Nov
2011

Die schöne Seite von São Paulo

Was haben wir doch für ein Glück, in São Luis den Joe und den Andre kennengelernt zu haben. Kaum angekommen in São Paulo holt uns Joe schon mit dem Auto vom Hotel ab und zeigt uns das schickste Viertel der Stadt. Snacks (bolos do arroz) und Bier in der angesagten Gay-Bar Ritz, danach ins Balcão wo alle Gäste an der selben, sich durch den grossen Raum schlängelnden Theke essen. Orte wie diese würden wir ohne einheimische Begleitung kaum oder nur nach langer, mühsamer Suche finden. Danke, Joe!

Tags darauf gingen wir auf eigene Faust die Stadt erkunden. „We have no map. São Paulo is too big!“, meinte die Dame an der Rezeption. Zu gross für eine Karte? Okay, wir finden uns auch so zurecht. Dachte ich mir. Die Stadt stellte sich dann doch als ziemlich weitläufig (riesig!) heraus. Erstmals resignierte ich mit meinem Orientierungssinn, durchfragen bis ins Zentrum hiess es für uns. Das Zentrum der Stadt wirkte nicht sehr gepflegt, auf dem eigentlich schönsten Platz (gemäss Lonely Planet ist die Praça da Sé ein „fröhlicher Ort“) lungerten unzählige Obdachlose und andere suspekte Gestalten rum. Die Stadt zeigt ihren Charme nicht im Zentrum, sondern in den verschiedenen Vierteln der Stadt.

Die sehr gastfreundliche Einladung von Joe, fürs Wochenende in seinem Haus zu wohnen, nahmen wir natürlich sehr dankend an! Joe wohnt zusammen mit Andre und dem liebsten Wachhund der Welt, Talula, in seinem Haus. Er ist privater Englisch-Lehrer und unterrichtet daheim, so kamen wir zu Plauderstündchen mit einigen seiner Schülern (gehörte natürlich zur Lektion: Englisch-Kommunikation mit den Europäern) :-)

Sprachtalent Joe – er spricht neben Portugiesisch, Spanisch und Englisch auch ein wenig Deutsch und lernt neben Französisch momentan gerade noch etwas Russisch – sorgte sich in den Tagen sehr um uns. Er zeigte uns die schöneren Plätzchen der Stadt und kochte/backte uns leckeren Arroz doce und Maiskuchen (Rezept bitte, Joe!). Mit ihm zusammen assen wir auch endlich unsere erste Fejioada, das brasilianische Nationalgericht. Kein Wunder, ging dieses bis anhin an uns vorbei: es wird normalerweise nur Samstags und manchmal Mittwochs gekocht.

Vielen Dank Joe und Andre für die gute Zeit mit Euch!

Von Pädi | 5 Kommentare | Kategorie(n): Brasilien, Südamerika

15. Nov
2011

Rio-Rubel

Schön, schöner, 10er-Schlafsaal… Wie meistens (nicht immer, Nadia) waren wir etwas spät dran mit Unterkunft reservieren, aber es war immer noch im Rahmen (wie wir selbst fanden). Auf jeden Fall liess sich 3 Tage vor Ankunft in Rio de Janeiro im Viertel Ipanema, in das ich „umsverodde“ wollte, kein einziges Doppelzimmer zu einem angepassten Preis mehr finden. Also reisten wir von Belo einfach mal an, aber auch vor Ort schien es nicht besser – dort, wo es noch 6er-Zimmer gegeben hat während unserer Recherche, waren dann doch nur noch 10er Dorms zu haben. Jenu, dachten wir uns, dann lass uns mal ein bisschen Geld sparen und neue Freundschaften schliessen in diesem Zimmer. Geld gespart, alleine geblieben. Nach 2 Nächten haben wir den Schlafsaal durch ein gehobeneres Hotel ausgetauscht, meinen Geburstag als Grund vorgeschoben, aber schliesslich musste ja auch das eingesparte Geld wieder gut investiert werden.

Ipanemas und Copacabanas Strände sind in Postos (Strandabschnitte) aufgeteilt, jeder Gruppe ihr eigener Abschnitt. Einen für die Bodybuilder, einen für die Familien, einen für die Alternativen, einen für die Favela-Kids, einen für die Homosexuellen, … Jeder geselle sich dorthin wo es ihn hinzieht oder man legt sich einfach zwischen die offiziellen Postos. So geschehen, zwischen zwei Postos (ich meinte Familie und Bodybuilder) am Strand von Ipanema liegend, Leute beobachtend und uns an der tollen Sonntagsstimmung erfreuend, fiel mir plötzlich die deutliche Männerdominanz in schicken Shorts in unserem Posto auf. Und da wehte auch schon die Regenbogenfahne hinter uns – alles klar :).

Auch ein bisschen Sightseeing durfte sein. Hier ein klein wenig von der Christusstatue mit dem Wow-Blick über Rio, dort ein Mü Kultur/Geschichte im Zentrum in Lapa bei der Kirche, der Bibliothek und dem Antiquitätenviertel und noch eine handvoll Charme in Santa Teresas Strassen über Rio. Die tolle, bekannte Strassenbahn „bonde“ konnten wir leider nicht besteigen. Vor einigen Wochen gab es ein Unglück mit mehreren Todesfällen, die Bahn wird nun wieder fit gemacht für die Olympischen Spiele im 2016.

Die Unterhaltung blieb nicht aus, Trommler/innen scheinen uns durchs ganze Land zu folgen. Nachfolgende Mädels hatten es so richtig drauf.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Brasilien, Südamerika

12. Nov
2011

Tigi meets Brasilien

Neuste Rubrik auf dem Blog: Tigi meets…

Schliesslich musste auch meine Tigerente wieder mit auf Reisen und bekommt hier nun den ihr gebührenden Platz dafür. Eigentlich wäre ja www.dreimalweltbitte.ch geplant gewesen, aber Pädi meinte, das gäbe bloss falsche Gerüchte…

Jetzt aber Platz da für Tigi und ihren heissen, brasilianischen Lover!

Von Francesca | 2 Kommentare | Kategorie(n): Brasilien, Südamerika, Tigi meets...

8. Nov
2011

Leider kein Gold gefunden in Ouro Preto

Nun gut, wir geben es ja zu, dass wir mit unseren Blogeinträgen immer wieder ganz schön hinterherhinken. Der findige Leser hat das natürlich bemerkt, gell Nadia („Ihr wart doch in Rio, hab noch gar nix darüber gelesen!?“). Wir sind jetzt in Foz de Iguazu und haben Rio de Janeiro und São Paulo bereits hinter uns gelassen. Und ich komm jetzt noch „wiä di alt Fasnacht“ mit einem Bericht aus der Region Minas Gerais (bereits 2 Wochen her, dass wir da waren).

Dass unsere Artikel nicht immer ganz brühwarm serviert werden, hat natürlich seine Gründe. Da gibts nämlich jede Menge Dinge die uns vom Schreiben abhalten: Schöne Strände, spannende Städte, gutes Essen und gastfreundliche Brasilianer. Oder wir brauchen einfach mal Erholung z.B. nach einer langen Nachtbusfahrt direkt neben der Bordtoilette wie gerade eben – geruchsmässig deckte sich unsere Fahrt mit einem 16h Aufenthalt in einem Toi Toi WC. Unglaublich wie oft das Klo in der Nacht benutzt wird, ich hab erst nach Stunden dank guter Musik zu Schlaf gefunden. Takk, Sigur Rós.

Doch ich schweife ab, eigentlich sollte ich ja über unseren Stopp in der Region Minas Gerais schreiben. Belo Horizonte, die Stadt mit dem wohklingenden Namen, besticht nicht gerade durch ihre Schönheit. Viel Autos und Beton bleiben mir in Erinnerung. Immerhin haben wir im lokalen Mercado Central endlich herausgefunden, wie die Açai-Beere doch noch schmeckt. Zusammen mit Banane, Honig und Granola (Müsli) schmeckt das Ganze klasse. Die Region Minas Gerais ist zudem für ihren speziellen Frischkäse bekannt, ebenfalls sehr lecker und in vielen Gerichten zu finden.

Glücklicherweise gibts um das weniger schöne Belo Horizonte einige sehenswerte Kolonialstädtchen. Wir beehrten das UNESCO-Weltkulturerbe und ehemalige Goldgräber-Örtchen Ouro Preto mit einem Besuch. Mit seinen 23 Kirchen und unzähligen Kolonialbauten gibts im Ort sehr viel zu sehen. In der Blütezeit der Stadt wurde in der Gegend sehr viel Gold gefunden, für uns war leider nix mehr übrig. Eine Schulklasse auf einem Ausflug fand dann uns beide anscheinend spannender als die alten Mauern. „Americanos?“ – „Não, suiço!“. Kurzerhand mussten wir für unzählige Fotos mit ihnen herhalten (wir haben leider keins). Bestimmt schwirren die Fotos mit uns jetzt auf zig Facebook-Alben und Pinnwänden dieser brasilianischen Teenies rum. Irritierend und witzig zugleich.

Für uns selber war es in Ouro Preto der steilen Strassen und Gassen wegen nicht immer einfach gerade Fotos zu schiessen. Falls irgendwo ein schiefes Foto auftaucht, muss der Grund dafür jedoch nicht zwingend eine steile Gasse sein. Bei der drückenden Mittagshitze kamen wir nämlich auf die glorreiche Idee, unseren Durst mit einem Caipirinha zu löschen. Und der war stark. Sehr sehr stark. Die eine Hälfte von uns zwei verträgt dies ja etwas besser, die andere weniger. „Chum mir blibed nochli sitze.“, „Heb mi doch, chasch mi nöd träge?“ und „Du hesch vier Auge.“ meinte F.P. aus W. plötzlich zu mir. Eine Riesengaudi für mich. :-)

Von Pädi | 1 Kommentar | Kategorie(n): Brasilien, Südamerika