12. Feb
2012

Eigentlich waren wir am Titicacasee

Noch immer nicht in tieferen Gefielden angelangt, sondern gleich nochmals hoch hinaus zum Titicacasee. Eigentlich hatten wir Grosses vor um und auf dem See. Eigentlich… Aber es kommt ja immer alles anders als man denkt. Denn eigentlich hütete ich das Klo. Eigentlich wäre da die Isla del Sol – Sonneninsel, laut den Inkas der Entstehungsort der Sonne. Haben wir nun eben nicht gesehen.

In Copacabana, auf bolivianischer Seite des Sees, blieben wir, bis ich fahrtüchtig war. Gerade viel hielt uns auch sonst nicht dort. Relativ kleines, friedliches und überschaubares Dörfchen – wenn da bloss nicht so viele „eingekleidete“ Touristen wären. In keinem anderen südamerikanischen Ort sind uns so viele Traveller begegnet, die nicht nur einen Alpaka-Pulli, sondern gleich auch noch die farbigen, gestreiften Hosen, die Wollenstulpen, das Streifenhaarband oder die Wollmütze UND die gewebte Handtasche dazu trugen. Alles zusammen kombiniert, sahen sie aus wie eben dem Zirkus entsprungen. Einzeln hui – zusammen pfui. Die Bolivianer müssen marketingtechnisch so einiges richtig gemacht haben, dass die Touris ihre verborgenen Hippie – Gelüste ausleben können. Ein  Souvenir in allen Ehren, aber mit Geschmack bitte…

Weiter gings nach Puno, unserer ersten Station in Peru am Titicacasee. Dort genossen wir vor allem den gratis Cocatee am Nachmittag in unserem Hostel, da uns das Wetter in Peru gleich mal so richtig durchgab, dass wir zur Regenzeit angekommen waren. Und so hielt sich auch hier die Unternehmungslust arg in Grenzen, eigentlich. Wir schafften es dann doch noch, ein wenig Sightseeing zu machen. Auf dem Plan standen die Uro-Inseln, auch „die schwimmenden Inseln“ genannt. Vorgelagert vor Puno auf dem Titicacasee schwamm nun diese kleine Kommune auf ca. 80 Inseln aus Schilf. Uns kam das Ganze etwas gar touristisch vor und man hörte munkeln, dass die Bewohner auch nur tags auf den Inseln wohnen und abends in ihre Dörfer an Land zurückkehren. Trotz all dem war es interessant zu sehen, wie sie neue Inseln entstehen liessen oder ihre älteren Inseln im Stand hielten.

Eigentlich wollten wir ja von Puno mit der Bahn weiterreisen, da ich die schöne Zugstrecke zwischen Puno und Cusco bereits von meinem letzten Besuch in Peru kannte. Die Peruanische Bahn hatte da aber etwas dagegen, in der Zwischenzeit wurde die Bahnfahrt vom Backpacker- zum Luxusangebot umgekrempelt. Die 200$ pro Person sparten wir uns und nahmen eben wieder – was sein muss, muss sein – den altbekannten Bus.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Bolivien, Peru, Südamerika

3. Feb
2012

Uns bleibt der Atem weg in La Paz

Die Aussicht auf La Paz ist einfach gigantisch – flach ist anders. Die Gebäude der grossen Stadt reihen sich nahtlos hinauf bis in die steilsten Hügel. Dazu fällt einem das Atmen auf 3660 Metern noch ein ziemliches Stück schwerer als in Sucre. Glücklicherweise sind wir uns die Höhe in der Zwischenzeit etwas gewohnt. Trotzdem, muss das sein? Unsere Rucksäcke ins Hotelzimmer im 4. Stock raufschleppen ohne Lift? Zehn Stufen rauf, Pause, zehn Stufen rauf, Pause… Und glaubt uns, auch ohne Rucksack ist der Aufstieg ermüdend genug. Darauf mussten wir gleich einen Coca-Tee trinken gehen. Im Café sahen wir zufälligerweise im TV eine Rede vom bolivianischen Präsidenten Evo Morales aus dem Regierungsgebäude. Moment, das steht doch gleich um die Ecke? Also gleich hin und mit zig Einheimischen und Touristen vor dem Gebäude auf El Presidente warten, um in den 10 Sekunden zwischen Tür und Auto paparazzimässig ein Bild zu knipsen. So haben wir jetzt ein Foto vom ehemaligen Coca-Bauern und ersten indigenen Präsidenten Boliviens in unserer Sammlung.

La Paz stellte sich als ein einziger grosser Markt heraus. In fast jeder Strasse stehen Marktstände, das Einkaufen spielt sich hier auf den Strassen ab. Am Spannendsten war aber wohl der (touristische) Hexenmarkt. Verkauft wird typischer Touristen-Krimskrams, einige Läden hatten aber tatsächlich eine riesige Auswahl an Heilmittelchen, Talismanen und Zutaten zur Beschwörung von Naturgöttern und Geistern. Von Figuren der Pachamama (Mutter Erde) bis zum getrockneten Lama-Fötus (werden bei neuen Häusern als Glücksbringer unter der Türschwelle vergraben), gibt es alles zu haben. Mit viel Glück durften wir zudem noch das alljährliche Alasitas-Festival miterleben. Bei diesem Fest werden Miniaturgegenstände verkauft, die dann nach einer Segnung im kommenden Jahr Realität werden sollen. Da gab es z.B. kleine Autos, Mini-Häuser, (kopierte) Geldbündel, Ingenieur-Diplome, Spielzeug-Hühnchen und -Lamas sowie Unmengen an Miniatur-Esswaren. Wir liessen einen Bündel Geld mit einem kleinen Häuschen segnen. Vielleicht hilfts ja bei der Wohnungssuche nach unserer Rückkehr in die Schweiz.

Und weil wir doch so gerne lokales Essen probieren, durfte für mich eines nicht fehlen: Lama Steak! Natürlich begleitet von einem Coca-Tee. Wie schmeckt denn nun so ein Lama? Ich hatte es ziemlich zäh erwartet, wars aber nicht: Es schmeckte… lamamässig gut!

Von Pädi | 2 Kommentare | Kategorie(n): Bolivien, Südamerika

1. Feb
2012

Tigi meets Bolivien

Normalerweise lässt sich Tigi gerne von uns rumtragen, doch im Salar de Uyuni gabs Rollentausch – Ausritt auf Tigi.

Von Francesca | 1 Kommentar | Kategorie(n): Bolivien, Südamerika, Tigi meets...

30. Jan
2012

Schnipp schnapp, Haare ab

Wir sind jetzt doch schon eine Weile unterwegs. Und seit Buenos Aires bin ich rasierfaul geworden. Will heissen, dass mein Bart seit etwa 2 Monaten und mein Kopfschmuck schon seit ca. 4 Monaten stetig wächst. Um dieser Verwahrlosung endlich entgegenzuwirken, musste also ein Besuch beim Friseur/Barbier her. Die Auswahl des vertrauenswürdigsten Coiffeur-Ladens in Sucre habe ich grosszügig Francesca überlassen.

Also ein bisschen mulmig war mir ja schon zu Mute als ich im Sessel Platz nahm. War ich doch noch nie im fernen Ausland zum Haare schneiden und an meinen Bart hat noch nie jemand anderes ausser mir Hand angelegt. Erstmals zur Sicherheit noch das Foto auf meinem Pass gezeigt, damit sich mein bolivianischer Coiffeur ein Bild vom „Vor-vier-Monate-Pädi“ machen kann. Also los gehts. Oh, wozu ist bitte dieser Miniatur-Flammenwerfer gut den der nette Herr Coiffeur da betätigt?? Aha, Kamm und Schere werden damit gereinigt, alles klar. Hmm, der Sitz ist etwas hoch und ich bin auch nicht grad der Kleinste – kommt der kleine Mann bis zu meinem Kopf hoch? Ja, seine Armlänge reicht gerade so bis ganz oben. Tolle Sache, fast besser als daheim. Und warum soll ich mich bitteschön in Zukunft noch selber rasieren? Haarschnitt und Rasur erfolgen mit Hochpräzision, mein neuer Coiffeur ist ein absoluter Profi.

So seh ich schlussendlich wieder ganz ordentlich aus, der befürchtete Bürstenschnitt ist ausgeblieben. Die Ohren kommen wieder schön zur Geltung und das bartlose Babyfüdle-Gesicht grinst wieder aus dem Spiegel zurück. Eine tolle Erfahrung, mal sehen wo mich der nächste Coiffeurbesuch hinführen wird.

Von Pädi | 2 Kommentare | Kategorie(n): Allgemein, Bolivien, Südamerika

28. Jan
2012

Die Luft wird dünner im süssen Sucre

Wir sind jetzt in Bolivien. Und das merkt man. Der Unterschied zu Chile oder Argentinien ist riesig, ich habe das Gefühl im „richtigen“ Südamerika angekommen zu sein. Bolivien ist spürbar weniger von europäischen Einwanderern (oder Besetzern) beeinflusst als seine südlichen Nachbarn. Neben den wunderschönen, traditionell mit bunten Decken und Melonenhut bekleideten Cholitas, den vielen Marktständen und dem deutlich indigenen Aussehen der Einheimischen, macht sich dies leider auch durch die allgegenwärtige Armut bemerkbar. Man stösst auf viele bettelnde Kinder und am Strassenrand sitzende, betagte Damen die um ein paar Bolivianos betteln. Obwohl dieser Anblick einem manchmal fast das Herz zerreisst, tut die Konfrontation mit dieser harten Realität uns gut. Sie hält uns Wohlbetuchten wieder mal vor Augen in welchem Überfluss wir leben und mit was für „Pipifax“-Problemen wir uns durchs Leben schlagen.

Die Orte auf unserer Reise erkunden wir ja für gewöhnlich zu Fuss in zügigem Tempo. In Sucre müssen wir aber erstmals einen Gang zurückschrauben, damit wir nicht ausser Atem kommen. Die Hauptstadt Boliviens (wir lernen auf unserer Reise gerne dazu: das viel grössere La Paz ist nur Regierungssitz) liegt auf ca. 2700m und die dünne Luft macht sich bei körperlicher Betätigung so richtig bemerkbar. Kein Wunder treten die südamerikanischen Fussballmannschaften nicht gerne in Bolivien zu Auswärtsspielen an. Glücklicherweise gibt es den Coca-Tee, der uns hilft mit der luftigen Höhe fertig zu werden. Wer übrigens glaubt, dass in diesen Höhenlagen eine Saukälte herrscht, irrt sich jedoch gewaltig. Gefühlte 25-30 Grad stehen an der Tagesordnung.

Die schmucke Hauptstadt hat es uns dann auch wirklich angetan. Schöne Kolonialbauten, ein überschaubares Zentrum mit Cafes und Restaurants und ein toller Markt mit allem was das Herz begehrt. Shopping-Centren sind hier schlichtweg überflüssig. Da liessen wir es uns nicht nehmen, lokale Spezialitäten wie Papas Rellenas (gefüllte Kartoffeln), Chorizo-Sandwiches oder leckere Empanadas zu probieren. Runtergespült wurde das Ganze jeweils in der Jugo-Ecke des Marktes, die mit seiner Auswahl an Fruchtsäften seinesgleichen sucht.

Von Pädi | 3 Kommentare | Kategorie(n): Bolivien, Südamerika