30. Dez
2011

Bariloche – Weihnachten bei 30 Grad

Besonders anspruchsvoll sind wir ja eigentlich nicht. Weil wir trotzdem Weihnachten weder im Reisebus noch in einem ausgestorbenen Kaff verbringen wollten, machten wir uns für die Feiertage San Carlos de Bariloche zum Ziel. Auf dem Weg nach Bariloche gabs noch einen kleinen kurzen Abstecher in den Hippie-Ort El Bolsón. Leider war uns das Wetter nicht sehr freundlich gesinnt und die Berglandschaft um El Bolsón zeigte sich erst, als wir schon wieder im Bus für die Weiterfahrt nach Bariloche sassen. Naja, man kann nicht immer Glück haben.

Bariloche wird mancherorts auch als „Schweiz Argentiniens“ bezeichnet. Kein Wunder, denn neben den Landschaften mit tiefblauen Seen und Bergen mit Skigebieten wurde die Stadt in der Vergangenheit stark von Schweizer und Deutschen Immigranten beeinflusst. So gibt es einige hochklassige Schoggi-Lädeli und Restaurants mit Fondue im Angebot. Auf der Suche nach einem guten Restaurant für Heiligabend (natürlich wollten wir Fleisch-Fondue essen – was sonst?) stiessen wir verdutzt auf das „Chalet Suisse“. An der Frontseite des schönen Chalets waren die Schweizer Kantonswappen angebracht, unmöglich also dass wir als stolze Schweizer an so einem Stück Helvetien vorbeigehen. So mussten wir dank Fredy – er ist ursprünglich aus Zürich, lebt seit 40 Jahren in Argentinien und bewirtschaftet das Chalet Suisse – nicht auf unser Fondue Bourguignon verzichten. Und weil wir im Schweizer Restaurant natürlich nicht die einzigen Schweizer Gäste blieben, gabs noch einen gemütlichen Austausch mit Nathalie und Manuel aus der Ostschweiz.

An den Weihnachtstagen ging in Bariloche fast nix. Bustickets kaufen war nicht möglich, Schokolade-Museum hatte geschlossen und die Fahrt mit dem Sessellift zum schönen Aussichtspunkt mussten wir ebenso vertagen. So blieb uns immerhin dank Skype genug Zeit für je eine Live-Schaltung an die Weihnachtsfeiern unserer Familien in Andwil und Wittenbach. Ein wenig traurig waren wir schon, als wir die schönen Tännchen in den vertrauten Stuben mit dem hosteleigenen, kitschig geschmückten Mini-Weihnachtsbaumverschnitt aus Plastik vergleichen mussten. Wir trösteten uns dafür mit dem Vernaschen einer leckeren Lebkuchenmann-Familie und holen in einem Jahr dann die verpasste Weihnachtsstimmung nach.

Auch für ein wenig Sport war in Bariloche dank Bike-Verleih gesorgt, wir liessen uns zu einer Velorundfahrt hinreissen. Das zig-malige rauf und runter auf der hügligen Strecke (Francesca ist bergaufwärts jeweils etwas weniger gesprächig) wurde belohnt mit schönen Aussichtspunkten auf Berge und Seen in den verschiedensten Blautönen. Von den allgegenwärtigen Aschewolken, welche die Sicht ein wenig einschränken, liessen wir uns nicht stören. Bariloche leidet seit einiger Zeit unter einem aktiven Vulkan an der Grenze zu Chile, der immer wieder Asche ausspuckt. Sand und Asche sammeln sich auf Dächern und Strassen und wurden schon tonnenweise weggeräumt.

Um die auf der Velotour verbrannten Kalorien wieder anzufuttern (und zur Feier meines Geburtstags) gabs dann an unserem vorläufig letzten Abend in Argentinien eine leckere Portion Rindfleisch und guten argentinischen Rotwein.

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Argentinien, Südamerika

26. Dez
2011

Gut Kirschen essen in Los Antiguos

Auf der Ruta 40, sowas wie der argentinischen Route 66, gings vom Wanderparadies ins Kirschenparadies. Eine abenteuerliche Fahrt wurde uns versprochen und wir bekamen sie auch. Zwölf Stunden Geholper auf ungeteerter Strasse mit offenen Fenstern oder halber Klimaanlage  – unsere Räucherung und Bestäubung war vorprogrammiert…

Was gabs zu tun in Los Antiguos? Hmm… in erster Linie entspannen, bevor die nächste Fahrt nach El Bolson anstand. Und sonst? Viel gelesen, Blog geschrieben. Wars das? Neiiiin… spazieren gehen, Aussichtspunkte anpeilen. Tägliches Ritual? Wifi heuschen im Cafe um die Ecke, Supermarktbesuch, ausschlafen. Highlight? Eigenhändige Besichtigung einer Chacra (ist nichts esoterisches…), bei uns völlig unspektakulär ein Obstbauernbetrieb genannt. Dort haben wir auch gleich noch eine Konfi vom Hof erstanden, damit unsere zukünftigen Morgenessen etwas üppiger ausfallen.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Argentinien, Südamerika

22. Dez
2011

Ice, Ice Baby! Perito Moreno Gletscher und El Chaltén

Wir werden noch zu richtigen Naturkindern hier in Patagonien! Nach dem umwerfenden Nationalpark Torres del Paine gings zurück nach Argentinien (ARG Pass-Stempel Nr. 9) ins beschauliche El Calafate. Die kleine Stadt ist Ausgangspunkt für Ausflüge in den Parque Nacional Los Glaciares, der den gewaltigen Gletscher Perito Moreno beherbergt. So durften wir auf unserer Tour zuerst mit dem Boot zur südlichen Gletscherwand fahren, 60 Meter hoch ist die riesige Eiswand (unter der Wasseroberfläche bis zum Grund nochmals 120 Meter). Unser Touristen-Boot ist den grossen Eisschollen im Wasser Boot geschickt ausgewichen, dem Titanic-Schicksal sind wir so glücklicherweise entkommen.

Nach der Bootsfahrt konnten wir von den vielen Aussichtspunkten in Front des Gletschers dem Eis bei der Arbeit zuhören. Immer wieder hörte man ein Donnergrollen, wenn sich wieder irgendwo in den Weiten des Gletschers eine Eisspalte auftat. Wir hatten Glück und konnten sogar den Gletscher – achtung, gleich kommt ein neues Wort – kalben sehen. Ein wahres Naturspektakel, wenn die riesigen Eisbrocken vom Gletscher abbrechen und 50-60m ins Wasser herunter stürzen. Für ein Video war ich leider einiges zu langsam, immhin hat die flinke Francesca noch ein Foto geschossen. Der Perito Moreno gilt übrigens als einer von weltweit wenigen heute noch wachsenden Gletschern. Seine Zunge wächst täglich um ca. 2m, d.h. etwa um 700m im Jahr. Durch das enorme Kalben bleibt der Gletscher aber scheinbar mehr oder weniger konstant.

Mit vielen eisigen Fotos im Gepäck gings dann weiter nach El Chaltén. Waren es weiter südlich noch die Franzosen, zieht diese Ortschaft wohl die Israelis an. Hebräische Beschriftungen neben Spanisch und Englisch waren keine Seltenheit, anscheinend gibts auch im Nahen Osten einige passionierte Wanderer. El Chaltén gilt als eines der schönsten Wandergebiete in Argentinien – wir kommen wohl einfach nicht drum herum ums Wandern. Wir packten also wieder die guten Schuhe aus und hopp. Auf der 7h-Wanderung war Begleitung von Fliegen inklusive, unsere Nerven wurden nach der x-ten Landung auf unserer Nase arg strapaziert. Immerhin wurden wir diesmal auf unserer Wanderung nicht um die gute Aussicht betrogen: Fitz Roy und Cerro Torre zeigten sich uns vor blauem Himmel. So machen auch uns Spaziergänge über Stock und Stein Spass.

Von Pädi | 1 Kommentar | Kategorie(n): Argentinien, Südamerika

16. Dez
2011

Tigi meets Argentinien

Die Vögel scheinen Tigi zu gefallen und so versuchte sie in Kontakt zu kommen mit einem Magellan-Pinguin. Dieser zeigte sich neugierig und machte schon Anstalten Tigi zu adoptieren – und ich auf dem Sprung, meinen Reisebegleiter zu verteidigen.

Von Francesca | 4 Kommentare | Kategorie(n): Argentinien, Südamerika, Tigi meets...

14. Dez
2011

Am Ende der Welt in Ushuaia

Wie hätten wir nur einen Abstecher nach Feuerland auf unserer Reise auslassen können, wenn wir doch schon mal in der Nähe sind. So kam es zu unserem Besuch in Ushuaia, „südlichste Stadt der Welt“ und Startpunkt für Touren in die Antarktis. In der Nähe von Ushuaia liegt das südliche Ende der Panamericana, das umgangssprachlich mehr oder weniger liebevoll als Ende der Welt („Fin del Mundo“) bezeichnet wird. In Ushuaia endet somit für viele Panamericana-Traveller ihre lange Reise durch die Amerikas. Das Ende unserer Reise ist hingegen zum Glück noch eine lange Weile nicht in Sicht.

Ushuaia wirkte für mich mit seinen kleinen Häusern wie ein skandinavisches Städtchen. Naja, im Vergleich zu den Nordeuropäern etwas heruntergekommen, aber trotzdem mit viel Farbe und Liebe zum Detail in der Gestaltung der Häuser. Es scheint zudem so, als hätten die Ushuaianer einen Wettbewerb um den schönsten Briefkasten am laufen. Die meisten verzierten Briefkästen wären auch locker als Vogelhaus-Luxusvillen durchgegangen. Die beschauliche Ortschaft, hat uns beiden jedenfalls gefallen. Für eine Last-Minute Reise in die Antarktis hatten wir dann das grosse Portemonnaie gerade nicht dabei. Wir reisen darum weiter Richtung Norden ohne Abstecher in die weisse Wüste.

Doch was tut man denn so am Ende der Welt? Wir entschieden uns dafür, mal wieder die Trekkingschuhe aus den Tiefen unserer Rucksäcke zu holen und den Nationalpark Tierra del Fuego zu erkunden. Handschuhe, Mütze und Schal gehörten leider noch nicht zu unserer Ausrüstung, also erstmal im Souvenir Shop einkaufen gehen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, da wir nicht an Kopf, Hals und Händen mit „Unshuaia“ beschriftet sein wollten. Schlussendlich gings dann aber warm eingekleidet auf Wandertour, auf welcher wir neben vielen Franzosen und Chinesen auch freilaufenden Pferden, hoppelnden Hasen und unzähligen Vögeln begegneten. Insgesamt ein gutes Aufwärmen für unsere Wanderpläne im Süden Chiles…

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Argentinien, Südamerika