20. Apr
2012

Tigi meets Kolumbien

Auch Tigi scheint dieses absolut relaxte Kolumbien genossen zu haben. Von den Schaukelstühlen war sie kaum wegzubekommen.

*schaukelschaukelschaukel*

Von Francesca | 2 Kommentare | Kategorie(n): Kolumbien, Südamerika, Tigi meets...

18. Apr
2012

Hochsicherheits-Cartagena

Sobald ich einen Raum mit rotierendem Deckenventilator betrete, zucke ich zusammen und klammere mich zitternd an Francescas Arm. Um mein Trauma zu überwinden kehrten wir darum zurück ins Hotelzimmerz mit den Blutspritzern an der Decke. Erholt vom Schaukeln in Mompós holten wir einen zweiten Anlauf, die Schönheiten Cartagenas zu erkunden und den Segeltrip nach Panama zu organisieren. Währenddessen drehte der freche Ventilator weiterhin seine Kreise, als wäre nichts geschehen.

Unsere Sicherheit steigerte sich nicht nur durch das Ausschalten des Deckenventilators. Im Hinblick auf den Cumbre de las Americas, zu Deutsch „Amerika-Gipfel“, wurden in und um die Altstadt Cartagenas zur Sicherheit der gut dreissig Regierungschefs des amerikanischen Kontinents rund 14’000 Sicherheitskräfte postiert. Das entspricht knapp der Anzahl Einwohner Appenzell-Innerrhodens. Statt Helebarde und Landsgemeinde-Degen standen hingegen Schusswaffe und grimmige Miene im Einsatz. Der ganze Anlass kurz zusammengefasst: Barack Obama stritt sich mit seinen lateinamerikanischen Gspänli darüber ob Kuba am nächsten Gipfel auch mal mitmachen darf, während sich seine Leute vom Secret Service mit käuflichen Damen vergnügen durften. Respektvolles Miteinander versteht unsereins anders.

Vom vielgepriesenen Cartagena nehmen einen gemischten Eindruck mit. Die Altstadt zwischen den Stadtmauern ist auf Hochglanz poliert und die Touristen übertreffen zahlenmässig die Einheimischen bei Weitem. Der Kontrast zwischen Altstadt und dem nahen Viertel Getsemaní ist jedoch riesig. Am einen Ort wird teurer Schmuck in Boutiquen verkauft, am anderen Kokain auf der Strasse. Hier bietet der Kutscher Rundfahrten durch die Altstadt an, dort die Prostituierte ihre Dienste. Derartige Gegensätze auf solch engem Raum haben wir noch selten gesehen.

Zur Abwechslung vom pikfeinen Cartagena wollten wir uns mal so richtig im Schlamm suhlen. Der 20 Meter hohe Dreck-Vulkan in der Nähe der Stadt gab uns die Gelegenheit dazu. Ich durfte leider wegen meiner Fingerverletzung nur zusehen, wie Francesca sich im Schlamm vergnügte. Bevor sie aber für eine Umarmung aus dem Krater steigen konnte, machte ich mich geschwind aus dem Staub.

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Kolumbien, Südamerika

14. Apr
2012

Schaukeln in Mompós

Schaukeln in MompósSo, da wir nun ja noch ein paar Tage in Kolumbien bleiben (Deckenventilator sei Dank), haben wir uns gedacht, dass wir nun auch Mompós einen etwas ausgedehnteren Besuch abstatten können. Gedanklich hatten wir das Ganze ja schon geplant, an der Umsetzung haperte es dann ein klein wenig. Unser Besuch fiel zeitgleich auf die Karwoche und so erfuhren wir, dass die Prozessionen in Mompós von allen Ortschaften in Kolumbien am ausgiebigsten gefeiert werden. Billige, freie Hostelzimmer? Fehlanzeige. Teure, freie Hostelzimmer? Fehlanzeige. Ich kam nicht darum herum sie alle einzeln telefonisch abzuklappern, was uns immerhin für die ersten zwei Nächte ein (etwas teueres) Dach über dem Kopf brachte. Und für die nächsten Nächte? Wir liessen es darauf ankommen…

Mompós liegt nicht gerade am Weg, also von Nirgendwo aus. Und egal, wer auch immer dir weismachen will Mompós sei ganz nah und super bequem zu erreichen, dem sei gesagt: Du Schwindler! Hin begannen wir die Reise um drei (03:00!!!) Uhr morgens. Bilanz: Privatauto, Raserfahrer, italienisch-kolumbianische Mitfahrer, 1 Polizeikontrolle, 1 überquerter Fluss, 1 Tier überfahren, 2 Esel fast überfahren. Vier Tage später startete die Rückfahrt nach Cartagena. Bilanz: Kleinbus, Juan-Pablo-Montoya-Busfahrer, internationale Mitfahrer und 2 Hunde, zig Militärposten und keine Kontrollen, 3 überquerte Flüsse, 4 tote Kühe.

Was haben wir zwischen An- und Rückfahrt in Mompós gemacht? Uns unter die feiernden, katholischen Kolumbianer gemischt und viel geschaukelt, sogar sehr viel. Schliesslich ist dieser Ort bekannt für seine Schaukelstühle und deren Einwohner, die nach Anbruch der Dunkelheit ihre Stühle aufs Trottoir schieben und… schaukeln! Man stelle sich bitte uns zwei schaukelnd auf dem Trottoir der Tschudistrasse vor… Toll, nicht?

Von Francesca | 1 Kommentar | Kategorie(n): Kolumbien, Südamerika

11. Apr
2012

1:0 für den Deckenventilator

„Kolumbien: Schweizer Tourist hackt sich Finger mit Deckenventilator ab“ Diese Schlagzeile blieb uns glücklicherweise erspart. Die Realität kommt der Schlagzeile aber ziemlich nahe. Der Reihe nach.

Es stand nicht zu oberst auf unserer Prioritätenliste ein kolumbianisches Spital von innen zu sehen. Passiert ist es trotzdem. Deckenventilatoren. Das sind die Dinger, die in Ländern mit heissem Klima ziemlich schnell an der Decke rotieren. Hat sich jemand mal gefragt was geschieht, wenn da etwas dazwischenkommt? Ich kenne jetzt die Antwort und die hat was zu tun mit ziemlich viel Blut und 7 Stichen an meinem linken Zeigefinger.

Passiert ist das Ganze kurz nach Ankunft im Hotelzimmer in Cartagena. Der Ventilator hängt ziemlich tief an der Decke und ich ziehe darunter das T-Shirt aus. Darauf ein lauter Knall, ein ziemlicher Schock und ein Finger der nur so tropft vor Blut. Zum Glück ist meine liebe, private Pflegefachfrau dabei und leistet schlagartig erste Hilfe. Der Finger ist noch dran, die Schnittwunde sieht aber übel aus. Desinfizieren, einbinden und ab in den Spital. Es stellt sich raus dass es „nur“ eine tiefe Fleischwunde ist, die sofort (nach 2h Wartezeit) genäht wird. Francesca redet mir gut zu und beobachtet, wie der Arzt die hässliche Wunde vernäht. Naja, eine Karriere als Handmodel kann ich mir jetzt wohl abschminken mit meinem Frankenstein-Finger. Nach 10 Tagen guter Pflege und täglichem Verbandwechsel durch die Privat-Pflegerin (siehe Foto oben), werden die Fäden entfernt. So lange bleiben wir wohl noch in Kolumbien.

Vielen Dank nochmals an unsere Berner Freunde Martina & Alessandro für die Hilfe beim Notfall. Auch wenn mir Alessandro später gestand, dass während ich blutend wie eine gestochene Sau verarztet wurde, er gerne ein Sensations-Foto für seinen Blog gemacht hätte. Gemeine Sache, aber ich konnte glücklicherweise darüber lachen.

Von Pädi | 5 Kommentare | Kategorie(n): Allgemein, Kolumbien, Südamerika

8. Apr
2012

Santa Marta und der geheimnisvolle Tayrona Nationalpark

Lange Hosen tschüss, kurze Hosen und Röckli herzlich Willkommen. Wir sind in Santa Marta am karibischen Meer angekommen.

In einem Hostel mit Pool und Unmengen an Hängematten, etwas ausserhalb des Zentrums bei zwei Italienern untergebracht, faulenzten wir mal so richtig. So richtig, dass wir von Santa Marta kaum mehr gesehen haben als die abendliche Ansicht der Hauptkirche im Zentrum. Wir genossen dafür hausgemachte Pasta im hosteleigenen Restaurant, schaukelten in den Hängematten, planschten im Pool und beobachteten den schlauen Raben, der jeden Morgen Katzenfutter klaute und die Katze rasend machte.

Auch spürten wir zwei Berner auf, Martina und Alessandro aus Langenthal, die genau die umgekehrte Route von uns machten, was natürlich für einigen Gesprächsstoff sorgte.

So ganz der Faulheit verschrieben hatten wir uns dann doch nicht. Einmal gings zur Bahia Concha, einem Strand, der im Nationalpark liegt. Da wir es organisatorisch wieder einmal verpasst hatten den einfachen Weg zu nehmen und uns an der Reception für eine Tour dorthin einzuschreiben, gabs eben den komplizierten (und natürlich spassigeren) Weg auf eigene Faust. Zusammengefasst war es: schön, teuer (also der Mittagsfisch) und wahnsinnig windig. Schon nach kurzer Zeit sassen wir da in unseren Stühlen wie zwei panierte Sandschnitzel. Aber hey, dafür hatten wir Meerwasser mit goldigen Partikeln…

Einen Ausflug in den eigentlichen Tayrona Nationalpark hatten wir auch noch vor. Wir hatten schon sehr viel darüber gehört und waren gespannt, obwohl wir uns weitaus Schöneres hätten vorstellen können, als bei gefühlten 40 Grad und 90 % Luftfeuchtigkeit die Wanderschuhe zu schnüren…

Aber schöne Strände und wilde Natur erwartete uns bereits. Da gab es Echsen, Tucane, Krebse und Fische zu beobachten und alles wäre ruhig verlaufen, wenn da nicht einige Meter vor uns plötzlich eine riesige (also ich meine RIESIG) gelb-grüne Schlange sich aufrichtete. Flüsternd: „Isch die giftig?“-„Kei Ahnig, i bruch de Fotiapparat.“-„Spinnsch! Und wenn sie üs agriift?“-„Mer bruched en Stock!“. Man stelle sich bitte zwei Schweizer Touristen alleine auf weiter Flur mitten im Dschungel mit einem Stock bewaffnet vor… Zum guten Glück hatte die Schlange dann doch mehr Interesse am daherhüpfendem Frosch als an den stolpernden Touristen. Leise gings weiter und das „wielang gots no??“ liess ich ausnahmsweise mal weg. Blicke stets auf den Boden gerichtet, verpasste ich tatsächlich, dass ein Hund den Weg kreuzte, den ich dann auch glatt als Tiger identifizierte… Die Fantasie ging mit mir durch – aber Pädi hats glatt geglaubt für die nächsten fünf Minuten :). Dass ausgerechnet nur wir zwei keine Brüllaffen gesehen hatten, war dann auch relativ leicht zu erklären – schliesslich müssen die von der Schlange oder gar vom Tiger gefressen worden sein!

Nach einem Bad im Meer hatten wir dann auch wieder einen genug kühlen Kopf, um die Wanderung zurück zu wagen.

Von Francesca | 1 Kommentar | Kategorie(n): Kolumbien, Südamerika