3. Okt
2012

Ürümqi, Tschüss China

Die verschmutzteste Stadt von China. Wir wollten hin. Uigurische Minderheit lebt dort. Liegt auf dem Weg. Letzte Station in China. Unser Zug hat 5 Stunden Verspätung. Menschenmassen erwarten uns am Bahnhof. Tausende Chinesen wollen ein Taxi. Wir auch. Keine Chance. Die Chinesen gewinnen stets. Überteuerte Privatfahrt ins Hotel. Uns egal. Wo gibts jetzt das vom Reiseführer versprochene uigurische Essen? Nirgends. Wir wollen Kebab. Kein Kebab. Schlafen. Bleiben den ganzen Tag im Hotel. Keine Lust. Auf nichts. Auch keine Stadtbesichtigung. Keine Fotos. Wieder kein Kebab. Schlafen. Taxi suchen. Alle Taxis besetzt. Taxikampf. Flughafen. Genug von den Chinesen.

Tschüss China.

Von Francesca | 1 Kommentar | Kategorie(n): China, Nordostasien

1. Okt
2012

Tigi meets China

Tigi gehört zwar der franipädischen Religion an, Schnuppern bei einer anderen Religion haben wir ihr jedoch kurz erlaubt. Ein bisschen Horizonterweiterung kann nicht schaden, aber danach zensieren wir das Ganze wieder.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): China, Nordostasien, Tigi meets...

29. Sep
2012

Sag mal quietschts?

Labrang MonasteryIn Xiahe werden wir am frühen Morgen geweckt von Quietschen in regelmässigen Abständen. Den Grund dafür haben wir mit einem Blick aus dem Fenster schnell ausgemacht. Direkt vor unserem Hostel liegt das grösste tibetische Kloster ausserhalb Tibets, und da läuft was den ganzen Tag über. Um das Kloster herum verläuft ein Pilgerweg mit über 1700 Gebetsmühlen. Da diese quietschenden Dinger bewegt werden wollen, gehen die tibetischen Buddhisten um das Kloster und halten die schön bemalten Holzbehälter in Schwung. Dass ein Tropfen Öl manch einer Gebetsmühle gut tun würde, scheint jedoch keinen der Mönche und Pilger zu stören.

Unser Besuch im Labrang Kloster gehörte für mich zu den Highlights unserer China-Reise. Einen Tempel voller Mantras betender Mönche erlebt unsereins schliesslich nicht alle Tage. Die praktizierenden Mönche stehen in einem krassen Gegensatz zu den nach meinem Eindruck komplett unspirituellen Chinesen. Und obwohl sich mir Buddhismus-Banause die Zusammenhänge der Erklärungen nicht immer ganz erschlossen, lauschte ich interessiert den Erzählungen über Stupas, Mantras, Buddhas und Karma. Einziger Wehmutstropfen im Kloster war eine mit Schweizern und Deutschen gemischte Reisegruppe, die mit uns zusammen an der Führung teilnahm. Gewisse Personen zeigten weder Anstand noch Respekt und knipsten die Mönche ohne Rückfrage aus nächster Nähe wie Tiere im Zoo. Wir hatten sehr viel zu tun mit fremdschämen.

Unserem Führer-Mönch durch das Kloster waren wir zwei anscheinend sympathisch (kein Wunder neben der knipsenden Meute auf Mönch-Safari), denn er nahm uns zwischendurch kurz zur Seite. Nicht sehr ausführlich aber kurz und prägnant schilderte er uns flüsternd einige Dinge, die der chinesische Regierung keine Sympathiepunkte einbringen. Mit den schönen Eindrücken bleiben so bei uns auch gemischte Gefühle zurück, die besonders den Umgang der Chinesen mit ihren Minderheiten betreffen.

Wir wanderten zum Abschluss einmal den grossen Pilgerweg mit dem schönen Ausblick auf das Kloster, natürlich brav im Uhrzeigersinn. Und mit einem typisch tibetischen Mahl bestehend aus Momos, Tsampa und Buttertee verabschiedeten wir uns aus der Region.

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): China, Nordostasien

27. Sep
2012

In tibetischer Hand in Langmusi

Ziel unseres zweiten Aufenthaltes in China war es unter anderem, den tibetisch beeinflussten Dörfern ausserhalb von Tibet einen Besuch abzustatten. Tibet selbst liegt momentan nicht drin, irgendwelche Einreisebeschränkungen verunmöglichen/erschweren das gerade.

Über die Grossstadt Lanzhou, unserem Dreh-und Angelpunkt mit den besten Beefnoodles von China, gings erstmals mit einem Bus ins Hochland. Kurz vor Langmusi kündigte ein RIESIGES Polizeigebäude im Bau die prekäre Lage zwischen den Tibetern und den Chinesen an. Sollte das Polizeigebäude einst mit Polizisten gefüllt werden (wovon wir ausgehen), hätte es dann wahrscheinlich mehr Polizisten als Dorfbewohner. So mal die Lage vorab. Nebst dem Polizeigebäude fiel uns auch auf, dass die Strasse ihres Names nicht würdig ist. Eher: holperiger Schlammpfad. Auch hier haben die Chinesen ganze Arbeit geleistet. Alles wird gerade aufgerissen und erneuert – der Massentourismus naht.

Kalt ists geworden, wir streckten uns nach jedem Sonnenstrahl aus und wärmten uns entweder bei den tibetischen Chinesen (ist das nun politisch korrekt?) mit Buttertee oder bei den muslimischen Hui-Chinesen mit dem „8 Schätze“-Tee. Yaks und deren Produkte gibts in jeder Ausführung, Pädis Augen leuchteten vor allem beim Yakburger…

Um nicht nur Tee zu trinken und Däumchen zu drehen, erkundeten wir die zwei buddhistischen Klosteranlagen. Man hätte auch noch die Überreste eines kürzlich verstorbenen Buddhisten besichtigen können.. Das Spezielle daran: der Körper wird auf dem Hügel aufgebahrt, dann kommen die Adler und lassen sich ihr Mahl schmecken. Übrig blieb bei diesem armen Tropf bloss noch der Kopf (wurde uns gesagt, überzeugen wollten wir uns nicht selbst).

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): China, Nordostasien

16. Sep
2012

Pandas und Krieger in Xi’an

PandaChinesische Städte sind riesige Baustellen. An fast jeder Ecke wird entweder gerade ein monströses Gebäude abgerissen oder irgendwas Neues hingebaut. So kam es auch in Xi’an, dass wir ein gutes Restaurant suchten (besteht gemäss Lonely Planet seit 100 Jahren und ist sehr beliebt bei den Einheimischen) und an besagter Stelle nur einen leeren Platz vorfanden. Hier stand es also einmal, das gute Restaurant. Gut, es gab in der Nähe natürlich viele Alternativen. Doch dies war einmal mehr ein Paradebeispiel dafür, dass ein zweijähriger Reiseführer in einem schnelllebigen Land wie China ganz einfach nicht mehr zu gebrauchen ist.

Xi’an präsentierte sich uns ansonsten als erstaunlich fertig gebaut. Wir wagten es sogar, die Stadt als schönste von uns besuchte in China zu bezeichnen. Denn man stelle sich vor: Hier wurde begriffen, dass man für sooo viele Chinesen auch etwas breitere Fussgängerzonen bauen muss. Symphatisch! So gings los durch die Stadt, einmal quer durch das muslimische Quartier die etwas andere Küche der Hui-Chinesen (mit Kopftuch und Käppli) ausprobieren und auf eine witzige Tandem-Tour auf der langen Stadtmauer von Xi’an.

Neben dem obligatorischen Besuch bei der Terracotta-Armee stand auf unserer Liste für Xi’an noch etwas, das wir nicht verpassen wollten: Pandas kucken! Weil sich dies in der Wildnis ziemlich schwierig gestaltet, beschränkten wir uns auf ein „Rescue Center“ in der Nähe Xi’ans. Dort werden Pandas die sich verlaufen haben (oder so) aufgepäppelt und irgendwann wieder in die Wildnis entlassen. Es gab da auch andere bedrohte Tierarten zu sehen, z.B. einen Ochsen mit goldgelbem Fell, von Francesca liebevoll „Pädi-Tier“ genannt („der hat so einen langen Kopf wie du“). Jaja. Die anderen Tiere hatten jedoch einen ziemlich schwierigen Stand neben den knuffigen Pandas. „Ui, er knabbert Bambus, guck! Er schaut uns an, süss! Jetzt knabbert er wieder Bambus, oooch!“, standen wir entzückt vor dem Gehege. Wir haben jetzt den schönsten Chinesen gesehen: Er ist schwarz-weiss.

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): China, Nordostasien