4. Jul
2012

Mit zwei Monaten Verspätung in Guadalajara

Tequila Trés MujeresMexiko durften wir nicht verlassen, bevor wir ein 1 Jahr altes Versprechen eingelöst hatten. Vor ziemlich genau 12 Monaten versicherten wir Stevie bei seinem Abschied aus der Schweiz, ihn auf unserer Reise in Guadalajara zu besuchen. Gesagt getan: Auch wenn etwa 2 Monate später als zu Beginn der Reise vorgesehen, wurden wir vom frisch vermählten Probeauswanderer und seinen beiden reizenden Frauen Janette (zweibeinig) und Alby (vierbeinig) empfangen.

Stevie nahm uns sogleich mit zu einem richtigen mexikanischen Fussballspiel. Er ist Gründer des FC St. Gallen United, der sich jeden Samstag auf dem Bolzplatz mit anderen Mannschaften misst. Trotz zwei herrlichen Weitschusstoren von Stevie reichte es gegen die halbwüchsigen Tiki-Taka Gegner leider knapp nicht zum Sieg. Da uns dies noch nicht genug Spitzensport war, besuchten wir in Guadalajara noch einen weiteren Sportevent.

Mit Stevie und Janette gingen wir zum Lucha Libre. Das ist dieses mexikanische Wrestling, wo sich Männer in bunten Masken und knappen Kostümen im Ring verdreschen. Bekanntermassen sind die Showkämpfe nicht wirklich realistisch. Wir stellten aber sehr schnell fest, dass die Kämpfe nicht der Hauptgrund für die Zuschauer sind, um in die Arena zu kommen. Viel wichtiger ist es, dass sich während des Abends die Besucher die „unten“ um den Ring sitzen und die Zuschauer „oben“ auf den billigeren Plätzen pausenlos Beleidigungen entgegenschleudern. In den ganzen letzten Monaten hatte ich nicht so viele spanische Fluchwörter gehört wie hier in einer einzelnen Stunde. Janette übersetzte uns dankbarerweise fortlaufend auch die übelsten Beleidigungen. Da sang die Menge zum Beispiel: „Fettsack geh aufs Klo, dein Bauch ist zu fett.“ Oder wenn zwei Männer gemeinsam zu ihren Sitzplätzen gingen: „Ein Pärchen, ein Pärchen, gebt euch einen Kuss“. Dies waren wohlbemerkt bei Weitem die harmlosesten Sprüche. Das Witzige dabei ist, dass keiner in der ganzen Arena diese Beleidigungen ernst nimmt, alle haben ihren Spass dabei. Am Ende verlassen alle vergnügt und ohne Groll den Anlass. Für mich war dies ein riesengrosses Highlight unserer Reise und eine absolute Empfehlung für jeden Mexiko-Reisenden. Danke Janette und Stevie!

Aus der Region um Guadalajara stammt natürlich noch etwas, wofür Mexiko berühmt ist wie die Schweiz für ihre Schokolade: Der Tequila! Für einen bekennenden Fan des Saftes der blauen Agave wie mich durfte eine Besichtigung einer Destillerie natürlich nicht fehlen. „Tres Mujeres“ heisst der besuchte Tequila-Produzent und nach den Erklärungen zur Herstellung gabs die obligate Degustation. Eine tolle Erfahrung, die vier verschieden lange gelagerten Tequilas der Reihe nach zu testen. Da ich Francescas Probe-Exemplare wegen „leichter Abneigung“ gleich auch komplett testen durfte, konnte sie mich danach nur mit Müh und Not daran hindern, mir ein paar Hektare Felder blauer Agave zu kaufen.

Von Pädi | 1 Kommentar | Kategorie(n): Mexiko, Nordamerika

30. Jun
2012

Guanajuato und das Bierexperiment

GuanajuatoNach der unüberschaubaren Capital musste was Gemütliches her. So ein Käfelistädtli. Gesagt, gefahren und genossen. Guanajuato hat uns schlicht umgehauen.

Hinter den sieben Hügeln gelegen in einem engen Tal, geizt dieses Städtchen nicht mit seinen Reizen und lockt gleichermassen Touris und Studenten an. So tingelten wir zwei Tage lang von steilen Hügeln zu schönen Plazas, durch engste Gassen an bunten Häusern vorbei. Ein bisschen Tacos hier, Käfeli da. Essen, trinken, essen, trinken. Pädi wollte sich dann kulinarisch auch nicht lumpen lassen und seinen Ruf als „Ich-probier-alles“ – Mann verteidigen. Von den (meisten) mexikanischen Männern vergöttert, als DER Erfrischungsdrink schlechthin betitelt.. Die Erlösung bei heissem Wetter: Michelada, das Biermischgetränk! Bier, angereichert mit Limettensaft, Salz, Tabasco, Maggisauce. Mmmmh. Pädis Fazit: Es schmeckt wie es aussieht!

Abends genossen wir das rege Treiben in der Innenstadt – Tanz auf der Plaza ist samstags angesagt. Da trifft sich die ältere Generation und tanzt, egal ob im besten Hemd oder der Arbeitshose, geschmeidig den Bachata. Wir mit den linken Füssen genossen das Spektakel aus sicherer Entfernung bei einem Gläschen… nicht Michelada!

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Mexiko, Nordamerika

29. Jun
2012

Schleimspuren in Mexico City

Raus aus der U-Bahnstation und schon waren wir mit all unserem Gepäck mitten im Zentrum der grössten Stadt der Welt gelandet. An einem Sonntagmittag ist da unvorstellbar was los. So kam es auch nicht von ungefähr, dass wir uns erst bei grösster Hitze inmitten hunderter Leute im sonntäglichen Strassenmarkt verirrten. Doch auch dieses Labyrinth meisterten wir nach fünfmaligem Zücken der Lonely Planet Stadtkarte und kamen endlich im Hostel an.

Unsere Erkundungstour durch die riesige Stadt kam nur langsam voran. Bei brütender Hitze schleppten wir uns durch die Strassen wie zwei Schnecken, statt Schleim- mit Schweissspur. Zum Glück war jeweils das nächste Kaffee nicht allzu weit, um Energie zu tanken. So reichten unsere Schweissreserven unter anderem bis zum Frida Kahlo Museum und bis zu den Ruinen von Teotihuacán ausserhalb von Mexico City. In der weitläufigen Ruinenanlage steht eine der grössten Pyramiden der Welt. Auch wenn unsere Turnschuhe fast am heissen Boden kleben blieben, bewegten wir unsere Hintern bis auf die Spitze der Sonnenpyramide. Und was erwartete uns oben angekommen? Mexikanische Studenten, denen wir mal wieder ein lustiges Englisch-Interview für die Hausaufgaben geben durften.

Abends in Mexico City belohnten wir uns mit schönen Dingen für die Anstrengungen tagsüber. Vom Torre Latinoamerica gabs eine tolle Aussicht über die Stadt mit ihren tausenden Lichtern. Und ein Besuch in der beliebten Churreria musste natürlich auch noch sein. Ein grosser Raum, der bis auf den letzten Platz mit Leuten besetzt ist und auf der Karte stehen nur zwei Dinge: Churros und heisse Schokolade. Wahnsinn, was die Mexikaner für Schleckmäuler sind – hier sind wir richtig.

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Mexiko, Nordamerika

26. Jun
2012

Puebla, der Leckerbissen

Ach wie haben wir uns auf Puebla gefreut. Die Stadt der Feinschmecker. Von dort kommt nämlich die hervorragende, würzig-scharfe, cremige, allseits beliebte, leicht schokoladige Mole Poblano. Die Stammgäste der mexikanischen Restaurants unter euch werden verstehen, warum wir so für dieses Gericht schwärmen. Mmmmh. Fotos davon gibts nicht, dafür ist und bleibt die Farbe zu unvorteilhaft.

Diese Stadt birgt noch mehr Schönheiten. Zum einen die mit Kacheln bestückten Gebäude, aber auch die alten VW Käfer erwärmten unser Herz. Nicht dass wir in Mexiko noch nie darauf gestossen wären – unmöglich – aber Puebla hat eine der grössten VW-Produktionen gleich nebenan. Was will mein Käferherz mehr, fragt man sich? Eine Eillieferung in die Schweiz bitte!

Auf ungewöhnlich viele Studenten trafen wir in dieser Stadt. An jeder Ecke lungerten sie. Sie schienen alle nur auf uns gewartet zu haben. Und gingen auf Touristenfang. Sie alle wollten für ihre Hausaufgaben ein Interview mit uns – auf Englisch – mit Kamera. Himmelherrgott, das Englisch hatten wir doch zuhinterst im Schublädchen versorgt, um auch genügend Platz fürs Spanisch zu haben. Ähm, yes, we are from Switzerland, we like Mexico.

Um den Studenten zu entfliehen, gings ins benachbarte Cholula. Dort herrschte gerade Jahrmarkt, was uns nur bedingt interessierte. Wir hatten eine Mission. Mission Impossible. Wir wollten so UNBEDINGT den Vulkan Popocatépetl sehen. Von der Kirche auf der Mayapyramide aus. Es hat einmal mehr nicht sollen sein. Vulkanpech!

Von Francesca | 2 Kommentare | Kategorie(n): Mexiko, Nordamerika

24. Jun
2012

Tigi meets Mexiko

Ay caramba! Tigi geht unter die Tequilaproduzenten. Da muss auch eine ganze Plantage blauer Agaven her. Richtig guter Añejo wird natürlich nur mit Sombrero produziert.

Von Francesca | 1 Kommentar | Kategorie(n): Mexiko, Nordamerika, Tigi meets...