31. Mai
2012

Dissis Belize, meen!

„Ey meen! Dont kerabat da laits meen! Yurin Beliis meen!“ Brav zu Fuss an einer Ampel wartend, wurden wir so in Belize City von einem Einheimischen gegrüsst, inklusive supercooler Handgesten. Auch aus den Hinterhöfen von Belize City schallte es uns entgegen: „Eyy guys, welcome to Beliiize!“ Wo waren wir hier gelandet?

Nun, für eine günstige Reise nehmen wir auch mal einen Umweg in Kauf. So flogen wir von Costa Rica statt direkt nach Mexiko zuerst nach Belize City, um dort einen Bus ins nördliche Nachbarland zu nehmen. Dass dies mit einem Kulturschock par excellence verbunden ist, hatten wir nicht erwartet. In Belize ist der karibische Einfluss unüberseh- und unüberhörbar. Ein Grossteil der Bevölkerung ist schwarz und es wird ein sehr witziges Englisch gesprochen. Ich nenns mal Englisch mit Rastafari-Einschlag, yu no? Neben Englisch spricht man hier auch Spanisch, oder einfach einen Mix daraus der dann Spanglish genannt wird. Alles easy in Belisi, yu no? Hier nimmt der Taxifahrer zum Öffnen des Kofferraums seiner Klapperkiste auch mal den grossen Schraubenzieher zur Hand. Kann man machen.

Zur Vervollständigung des Kulturschocks gingen wir in ein chinesisches Restaurant nachtessen, die gibts an jeder Ecke. Der Herr Ober mit mexikanischem Aussehen erklärte uns ein wenig den belizischen Sprach-Kauderwelsch. Daheim mit der Familie spreche er Spanisch, unterwegs Englisch und seine Oma spreche noch einen von vielen Maya-Dialekten. Das wäre dann wohl das Rumantsch von Belize – eine Sprachvielfalt fast wie in der Schweiz!

Tags darauf ging es für uns bereits zur mexikanischen Grenze mit einem alten Ami-Schulbus – dies ist wie in vielen Ländern Mittelamerikas das üblichste Verkehrsmittel. Auch wenn wir schlussendlich nur eine Nacht in diesem Land verbracht haben, nehmen wir einen bleibenden Eindruck mit. Dissis Belize, meen!

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Belize, Mittelamerika

28. Mai
2012

Ein Stückli Schweiz in Costa Rica

Als Folge unserer abnützenden Reise leidet auch die Bekleidung ein wenig. In den Schritt meiner langen Hose hat sich wiedermal ein Loch reingefressen, das jeden Tag grösser wurde. Bereits zweimal nähten die südamerikanischen Schneiderinnen meine unfreiwillig geschaffene Belüftung wieder zu. Doch genug ist genug. Ich hatte in Alajuela den Tatsachen ins Auge zu schauen: Eine neue Hose musste her. Hosen kaufen, argh! Jesses, schon in der Schweiz gehört dies zu den unbeliebtesten meiner Freizeitbeschäftigungen. Und hier in Lateinamerika sind Menschen von meiner Statur nun mal eher rar gesät. So bewahrheitete sich meine Befürchtung im ersten Kleiderladen: Die Hosen sind zu weit und zu kurz. Zum Glück war meine ermutigende Shopping-Unterstützung dabei, sonst hätte ich schon nach der ersten Hose abgebrochen. Bereits im zweiten Kleiderladen hatte aber jemand wohl Erbarmen mit mir, denn dort hingen eine Menge Jeans in (etwa) meiner Grösse. Zuerst verduzt geschaut, dann anprobiert, für passend befunden, bezahlt und tschüss. So schnell war mein Riesenproblem plötzlich aus der Welt geschafft!

Von Alajuela aus darf man den Ausflug zum nahen Besuchermagneten, dem Vulkan Poás nicht verpassen. Denn wann hat man schon die Gelegenheit in einen Krater zu gucken, ohne dass man den Vulkan besteigen muss? Die Busse fahren einen beinahe bis an den Kraterrand. Doch viel zu sehen gabs für uns leider nicht. Der Krater war in dichte Wolken gehüllt, so dass man nix (aber wirklich nix) sehen konnte. Nasenspitze an weisser Wand – so darf man sich den Ausblick vorstellen. So musste der umliegende „Krüppelwald“ für ein paar Fotos hinhalten, wo viele Pflanzen der Vulkan-Schadstoffe wegen verkümmern.

Unsere Unterkunft in Alajuela war das „Casa De Suizo“ von Georg, einem älteren Schweizer der seit 17 Jahren in Costa Rica lebt und die Zimmer in seinem Haus an Gäste vermietet. Dank der Nähe zum internationalen Flughafen kommt Besuch aus aller Welt, Georg hatte ein paar nette Anekdoten zu erzählen. Als wir uns später in unserem Zimmer ausruhten, hören wir plötzlich die Schweizer Nationalhymne aus dem Wohnzimmer. Es war Mitternacht auf DRS1, Georg holt sich per Internetradio ein Stück Schweiz in die Stube. Als die nachfolgenden volkstümlichen Lieder erklingen, hörten wir andere Gäste fragen ob dies ein Schweizer Radiosender sei. „Ja klar, das ist Hudigägeler!“, antwortete der Georg. Wir mussten breit schmunzeln – manche Dinge lassen sich definitiv nur in Schweizerdeutsch erklären.

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Costa Rica, Mittelamerika

26. Mai
2012

Tigi meets Costa Rica

Wir haben schon viele Tiere beobachten können, doch keins war so aussergewöhnlich, wie dieses Tierchen in den grünen Wäldern von Costa Rica… Aussergewöhnliches Aussehen, aussergewöhnliche Grunzgeräusche, aussergewöhnliche Tarnungsform. Die „Tico-Ente“.

Von Francesca | 1 Kommentar | Kategorie(n): Costa Rica, Mittelamerika, Tigi meets...

24. Mai
2012

Luxus-Plantschen in La Fortuna

Hab ich schon erwähnt, dass die Ticos keine Strassen bauen können? Ahh ja? Sollte bloss nicht unerwähnt bleiben… Auf dem Schotterweg gings diesmal an den Lago Arenal, wo auch der Vulkan Arenal thront. Schön verpackt im Wolkenkleid, wie meistens in der Regenzeit. Durch seine Nebelkappe war darum auch der austretende Rauch nicht sichtbar, denn der Arenal ist immer noch aktiv. Auf Lavajagd wollten wir ja eigentlich gehen, da uns diese noch fehlt in der Sammlung der allerspannendsten Dinge der Welt. Ne, diese Tage keine frische Lava, nur versteinerte.

Am Fusse des Arenal steht das kleine, recht friedliche Städtchen La Fortuna. Für uns ein Zwischenstopp zur Entspannung. Ein Hostel mit Poolbar und Hängematten (und je ein Open-Air-Bändeli für den Arm zur Wiedererkennung der Gäste aus Sicherheitsgründen ?!) wurde es. Deshalb liessen wir es diesmal auch mit den Naturausflügen, wir hatten bereits genug Tiere erlebt in diesem Land.

So genossen wir die Vulkanaussicht von unserem Schaukelstuhl aus und entschieden uns, die Aktivität des Vulkans in Form der Thermalquellen zu nutzen. Ein heisses Flüsschen floss durch natürlich angelegte Bassins, die Vögel zwitscherten und nach und nach war der Sternenhimmel sichtbar – und wir staunten. So was Tolles (und Teures) hatten wir schon lange nicht mehr gesehen.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Costa Rica, Mittelamerika

21. Mai
2012

Adrenalinrausch in Monteverde

Frisch ists hier, haben wir uns bei der Ankunft in Monteverde gedacht. Wobei, eigentlich waren wir auch einfach froh, angekommen zu sein.. Wir brauchten denn für die letzten dreissig Kilometer der Anfahrt sage und schreibe n e u n z i g Minuten (was das im Schnitt ergibt, könnt ihr gerne selbst ausrechnen). Die Ticos haben den Strassenbau mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht erfunden.

In Monteverde wollten wir mal so richtig das Adrenalin ausschütten lassen und entschieden uns für Canopy. Diese Sportart/Beschäftigung, bei der man an Seilen angemacht, vögelifrei über die Bäume flitzt. Ob im Doppelpack mit Pädi, mit der Tarzanliane oder kopfvoran wie Superman, wir schwangen das Ding – sind ja schliesslich keine Schisser, nur ein klein wenig…

Abends gings dann, zur Vervollständigung unserer gesichteten Wildtiersammlung, auf die Nachtwanderung. Erwartet haben wir wenig, denn Nacht = dunkel = was soll ich da bitteschön sehen? Wir wurden mal wieder belehrt, denn Faultier, Tarantel, Skorpion, Waschbär, Gürteltier, Wickelbär, Nasenbär, Frosch und weitere affige Tiere mit furchtbar komplizierten Namen sind – tataaa – nachtaktiv. Ein bisschen gespenstig wars ja schon, aber wie gesagt, keine Schisser. 

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Costa Rica, Mittelamerika