13. Sep
2012

Welcome to Datong

Buddha in den Yungang GrottenWir sind tatsächlich zurück in China. Hätte man uns glatt nicht mehr zugetraut. Mit der Transmongolischen Eisenbahn nicht mehr zurück nach Beijing, sondern sechs Stunden vorher ausgestiegen, nämlich in Datong. Leicht mulmig war uns ja schon. Werden wir die Chinesen nun ins Herz schliessen?

Bevor wir über solche Sentimentalitäten nachdenken konnten, mussten wir uns ein Hostel suchen. Das im Reiseführer auserwählte hatte leider kein Bett. Weiter gings… Chinesisches Hotel. Auweia, niemand versteht auch nur ein Wort. Ein Zimmer? Und tatsächlich, Pädis panthomimische Vorstellung schien theaterreif UND verständlich und man gab uns tatsächlich sofort ein Zimmer.

Weiter gehts, schliesslich mussten wir noch ein Zugticket buchen. Mental aufs Schlimmste vorbereitet und mit reichlich Zeit und Stahlnerven ausgerüstet, gings zum Bahnhof. Aber siehe da, es gab einen Ausländerschalter. Anstehen, sich verständlich machen, kaufen, gehen. Ein wenig verwundert, aber hochzufrieden verliessen wir den Bahnhof.

Wir brauchten noch Snacks, also los zum Supermarkt. Auf dem Weg dorthin ruft uns eine auf dem Velo vorbeifahrende Chinesin mit einem Lächeln zu: „Welcome to Datong!“ Hää? Im mehrstöckigen Supermarkt findet Pädi dann nicht sogleich das, was er sucht. Plötzlich piepst ein Stimmchen von hinten: „Need help, Sir?“ Ja bitte.

Nächstentags ein Ausflug zu den berühmten Yungang-Grotten. Schon an der Bushaltestelle dorthin umarmt mich plötzlich ein kleines chinesisches Mädchen und ruft: „Welcome to Datong!“ Total perplex werden wir von dessen Mutter auch noch durch den Busjungel gelotst und zu den Busbilleten eingeladen.

Was läuft hier? Irgendwas ist da doch faul, dachten wir uns. Überall nette Menschen, alle wollen helfen und sie heissen uns auch noch willkommen… Wir verstehen die Welt nicht mehr. Ist das eine Propagandaaktion der Chinesen, um uns nach unserem ersten wenig schmackhaften Besuch in China zu bekehren?

Wir wissen es nicht, aber „i like“.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): China, Nordostasien

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