8. Sep
2012

Quer durch Chinggis Khaans Land

Mehrere Tage ohne Dusche, nur stinkende Plumpsklos und viele Stunden im unbequemen Mitsubishi Minibus über Stock und Stein holpern, um die Weiten der Mongolei zu erkunden. Wie kann man sich dies nur antun? Nun, vieles auf unserer Tour trug dazu bei, dass die Zeit in der Mongolei mit zu dem Besten bisher auf unserer Reise zählt. Da gab es zum Beispiel Sternschnuppen en masse, die uns vor der Jurte sitzend am sternenklaren Himmel präsentiert wurden. Oder dann war da der Moment, als wir vier uns plötzlich am heiteren Nachmittag mit unseren mongolischen Jurten-Nachbarn beim gegenseitigen Vorsingen einheimischer Lieder vorfanden. Gerne „Det enä am Bärgli“ oder doch lieber „Chrücht es Schneggli“ im Vierer-Kanon? Ganz schön anzusehen waren ausserdem die vielen Edelweiss, die in der Mongolei gleich felderweise spriessen. In der Schweiz gehören sie zu den geschützten Pflanzen, hier lässt man sein Pferd sein Geschäft drauf verrichten.

Auf der Tour wurde es ab und zu ziemlich abenteurlich, besonders bei den Flussüberquerungen. Der Ablauf war immer derselbe. Unser Fahrer stösst erst einen tiefen Seufzer aus, steigt aus dem Wagen und entledigt sich seiner Hosen. Einmal durch das Wasser gewatet, zurück in den Wagen, wohl einmal still ein Om gebetet und ab durch den Fluss. Wir spendeten immer grossen Applaus nach jeder Überquerung, denn er meisterte diese immer bravourös. Andere Touren hatten da weniger Glück. Eine Reisegruppe blieb gleich zweimal kurz nacheinander mit ihrem russischen Qualitätsfahrzeug im Fluss stecken. Der Wagen füllte sich langsam mit Wasser und die Reisenden mussten sich und ihr Gepäck vor dem Fluss retten bevor das Fahrzeug aus dem Fluss geschleppt werden konnte. Für uns wars fieserweise unterhaltsam („guck mal ein U-Boot im Fluss“) und so erfreuten wir uns auf der Weiterreise der trockenen Innenausstattung unseres Mitsubishis.

Übrigens: Dass die grosse Ziegen- und Schafsherde von Baldandorj so pflegeleicht ist, hätten wir nicht erwartet. Da war das Treiben selbst für uns Schafshirten-Laien einfach:

Von Pädi | 1 Kommentar | Kategorie(n): Mongolei, Nordostasien

Kommentare

Mami sagt:

Profi Melker und Schaf Treiberin gehören in den Lebenslauf der nächsten Stellenbewerbung. Obwohl ich meinte, das zu melkende Tier sei ein Stier gewesen !!!!

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