30. Mrz
2012

Willkommen in Kolumbien

Wohin gehts und was wollen sie in Kolumbien? Wie lange bleiben sie? Was arbeiten sie? Puh, bei der Einreise am Flughafen in Bogotá wurden meine Spanischkenntnisse auf die Probe gestellt. In dieser Situation war ich froh, den Yeti-Vollbart in Quito noch komplett abrasiert zu haben. Über den kurzzeitig während der Rasur stehengelassenen Pablo Escobar Schnauz hatte glücklicherweise auch die Vernunft gesiegt (der Schnauz passte nicht zu meinen Ohren). So stand ich also frischrasiert und glaubwürdig dem lieben Herr Einreisebeamten gegenüber und antwortete auf jede seiner Frage souverän mit der Bitte, die Frage doch nochmals zu wiederholen. Danach fand ich wohl jeweils die richtige Antworten. Glaube ich, denn schlussendlich wurde ich durchgewinkt. Das Grinsen auf dem Gesicht meines Gegenübers wurde jedenfalls mit jedem Wort von mir breiter. Ob das mit meinen Antworten oder mit meinem Spanisch zusammenhing, konnte ich leider nicht herausfinden.

Über kaum ein Land hatten wir im Vorfeld so viel Verschiedenes gehört wie über Kolumbien. „Super schönes Land und sehr freundliche Leute“ schwärmten diejenigen die Kolumbien bereist hatten. Von denen die noch nicht da waren hörten wir mehrheitlich Dinge wie: „Ist doch gefährlich, da regieren die Drogenbarone, alle schnupfen Kokain und denk nur an die FARC-Rebellen!“. Wir liessen uns nicht von den kritischen Stimmen und Klischees beirren und stellten sehr schnell fest, dass die kolumbianische Freundlichkeit eine Tatsache ist. Und es gibt sehr guten Kaffee! Hier fühlen wir uns wohl.

So gings in Bogotá ins Gold- und ins Polizei-Museeum, quer durchs schöne Viertel La Candelaria und Café trinken in einem Bahnwaggon mitten im Zentrum. Ein Ausflug führte uns noch nach Zipaquirá, wo in einer riesigen Salzmine eine Kapelle errichtet wurde. Eindrücklich und absolut sehenswert! Und: Dank einem Fernseher im Hostelzimmer konnte ich Federer-Nadal auf ESPN gucken. Balsam für die Sport-Gucker Seele!

Das Reisen in Kolumbien ist heute ziemlich sicher. Dazu trägt die hohe Polizeipräsenz bei, die sich in den Städten und an vielen Checkpoints unterwegs an den Strassen bemerkbar macht. Auf einer Busfahrt ist es nicht unüblich dass man angehalten wird und die Männer für eine Leibesvisitation und Identitätsüberprüfung den Bus verlassen müssen. So geschehen auf unserem Abstecher ins Weltkulturerbe-Städtchen Villa de Leyva. Beim bartlosen Patrik gabs zum Glück nichts zu finden, das Sackmesser hatte ich nicht dabei. Ich stelle mir das zwar lustig vor, einem kolumbianischen Polizisten zu erläutern wozu man so ein Messer braucht. „Zum Stäcke schnitze und Cervelat ischnide denks!“ Diese Erklärung auf Spanisch blieb mir glücklicherweise erspart.

Von Pädi | 2 Kommentare | Kategorie(n): Kolumbien, Südamerika

27. Mrz
2012

Tigi meets Ecuador

Eigentlich hatte Tigi ein Date mit Herr Blaufusstölpel Junior. Dieser schien ab solch einem komischen Vogel jedoch etwas eingeschüchtert und suchte das Weite…

Zum Glück war das gebratene Meerschweinchen da weniger empfindlich.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Ecuador, Südamerika, Tigi meets...

25. Mrz
2012

In Quito nochmals hoch hinaus

Ein bisschen wehmütig sind wir ja schon… Cuenca verlassen, Schule verlassen, Gastfamilie verlassen. Und gopfridstutz wieder einmal den Rucksack packen und schultern *ächz*. Hat noch niemand den leichten Rucksack erfunden?

Nach einer langen Busfahrt in Quito angekommen, waren wir noch nicht richtig bereit für diese Grossstadt. Viel Stau, viel Gewusel, viele Bettler – wir wünschten uns sogleich wieder ins beschauliche Cuenca (im Herzen sind wir eben doch Landeier).

Der nächste Tag war ganz für Erkundungstouren reserviert, hatten wir doch nur diesen einen Tag, bevor es nach Kolumbien weiterging. In der Altstadt war bereits die Hölle los. Man beachte: montags 11:00, Gardenwechsel vor dem Regierungsgebäude mit riesigem Tralala. Da kann London also einpacken… Quito bietet nämlich gleich mal den Präsidenten, den Vize und sonst noch ganz wichtige Leute auf dem Balkon. Unten vor dem Gebäude zur Zierde noch eine ganze Knabenschule, die die Männer oben auf dem Balkon mal kräftig bei der Nationalhymne unterstützen. Ob Señor Correa (namentlich der Herr Präsident) jeden Montag da oben steht oder dies zur Wahlkampagne gehört, wissen wir nicht. Aber Hauptsache wir haben wieder einmal winke winke mit einem „el presidente“ gemacht.

Den Rest des Tages verbrachten wir unter brennender Sonne (die kommt erst raus, wenn wir das Haus ohne Sonnencreme verlassen haben) und mit keuchendem Atem. Ich zusätzlich mit höllischer Angst, zur falschen Zeit zu stolpern… Pädi wollte unbedingt zur Basilica und natürlich rauf auf die Türme und so hoch hinauf wie möglich und am besten dorthin, wo es keine Geländer mehr hat, um alles überblicken zu können und das beste Foto schiessen zu können, um mit einem Lächeln über beide Backen stolz die Leiter wieder runterklettern zu können- für alle die Pädi nicht kennen: der Entdeckerinstinkt, der liegt in seiner Natur!

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Ecuador, Südamerika

22. Mrz
2012

Kopf lüften vom Schulstress

Auch wir gewissenhaften und vorbildlichen Schüler mussten bei dem strengen Stundenplan hin und wieder unsere Köpfe lüften. Kein Problem, denn in Cuenca, der wohl schönsten Stadt Ecuadors, gibts viel zu tun und anzuschauen. Neben gemütlichen Cafés und Bars im Zentrum gibt es rund um Cuenca eindrückliche Wochenendmärkte, wo es von Früchten (bekannten und unbekannten) bis Fleisch alles zu kaufen gibt. Für sehr wenig Geld könnte man da auch ein Kätzchen oder Hundewelpe (als Haustier) erstehen. Oder darfs ein süsses Meerschweinchen sein (nicht als Haustier – später mehr)? Als Mahlzeit übrigens sehr beliebt ist hier das gebratene Schwein, das allerorts am Strassenrand zubereitet und verkauft wird. Nicht selten kommt bei der Zubereitung ein „Flammenwerfer“ und viel Öl für eine tolle Kruste zum Einsatz. Lecker!

Cuenca ist eine echte Perle, an jeder zweiten Fassade mussten wir stehenbleiben, heraufschauen und die schönen Verzierungen und bunten Balkone bewundern. Dazu kommt eine der äusserlich sehenswertesten Kathedralen Südamerikas mit wunderschönen blauen Kuppeln. Man merkt, uns gefällt Cuenca.. Für Ausflüge in der Nähe war auch für jeden Geschmack etwas dabei: Für die Wandervögel in uns gabs einen langen Ausflug in den grünen und nebligen Nationalpark El Cajas, die Historiker in uns wurden mit den Inka-Ruinen von Ingapirca abgespiesen und fürs Sightseeing gabs einen Abstecher zur schönen Kirche in Biblián, die mit einer Längswand komplett in die Felswand gebaut ist. Tönt komisch… ist aber so!

Die lieben Cuencaner kamen uns ziemlich sportlich vor. Jeden Morgen während wir die breite, lange Treppe zu unserer Schule raufkraxelten, stiegen mindestens 3-4 Freizeitsportler die Treppe im Eiltempo auf und ab. Zudem gings in den vielen Parks jeweils sportlich zu und her mit Aerobic oder Jogging. Viel beigetragen zum Sporthype auf 2500 Höhenmetern hat wohl der lokale Sportsheld Jefferson Perez, Goldmedallien-Gewinner an der Olympiade in Atlanta ’96 im „Gehen“.

Was wir in Peru verpasst hatten, wollten wir in Cuenca noch nachholen: Cuy essen. Aber was ist denn Cuy? In der Schweiz würde wohl manch ein Kinderauge feucht werden, würde diese Spezialität auf dem Mittagstisch landen. Das Meerschweinchen! So gings zur Verabschiedung von Cuenca mit unseren Schweizer Sprachschul-Freunden ab ins Restaurant, wo bei unserer Ankunft bereits 6 Meerschweinchen am Spiess über dem Feuer drehten. Etwas ungewohnt, muss hier aber einfach probiert sein. Und wie wars nun? Ziemlich gewöhnungsbedürftig war es, den Kopf mit den Beisserchen und die Schenkel mit den kleinen Krallen vor sich auf dem Teller zu haben. Geschmacklich liegt Cuy irgendwo zwischen Hase und Poulet. Nur mit vergleichswise ziemlich wenig Fleisch am Knochen.

Übrigens zum Thema: Unsere Gasteltern konnten kaum glauben, dass wir in der Schweiz Pferdefleisch essen: „Auf Pferden reiten wir, die essen wir doch nicht!“ – Tja, andere Länder, andere Sitten.

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Ecuador, Südamerika

20. Mrz
2012

Back to School in Cuenca

Wir lernen Spanisch! „Das wird auch langsam Zeit“, wird sich manch einer denken, sind wir doch jetzt schon eine ziemliche Zeit in spanischsprachigen Ländern unterwegs. Bis jetzt hab ich mich aber ziemlich gut durchgeschlagen (z.B. „Francesca, was heisst ‚asado‘? Aha, und was hat die Bedienung gerade gefragt? Ach so, ja ‚una cerveza por favor‘. Francesca, was fragt er jetzt? Aha..“ und so weiter). „Langenscheidt Spanisch in 30 Tagen“ in Ehren, wir haben uns trotzdem kurzfristig für einen zweiwöchigen Unterbruch unserer Reise für einen Intensivkurs in Cuenca entschieden. Auf gehts, back to school…

So hiess es für uns zwei Wochen lang jeden Morgen 2 Lektionen Grammatik, 2 Lektionen Konversation und für mich noch eine Privatlektion durchzustehen (natürlich nicht in der gleichen Klasse, dafür wurde mit einem Einstufungstest vorgesorgt – das Schätzelen musste sich also auf die Pause beschränken). Dazu gabs jede Menge Hausaufgaben damit uns am Nachmittag ja nicht langweilig wird. Mir Streber hat dies enorm Spass gemacht. Das liegt wohl daran, dass bei Anfängern wie mir die Lernkurve noch ziemlich steil verläuft. Bei Francesca rächten sich die guten Spanischkenntnisse. Sie durfte sich mit unterschiedlichen Zeitformen herumschlagen, die im gesprochenen Spanisch kaum verwendet werden. Tja… ;-) Die Qualität der Schule ist jedenfalls sehr gut, dies ist wohl auch der Grund dass sich viele Schweizer zum Spanisch lernen an der Estudio Sampere einschreiben.

Die Schule hat zudem vorgesorgt, dass die lieben Schüler nicht jeden Tag in der „Wunderbar“ um die Ecke versumpfen. So gabs quer über die Woche verteilt abends Kulturprogramm wie spanischsprachige Filme gucken oder kochen. Und ich liess mich auch tatsächlich einmal zum Tanzunterricht mitschleppen (jesses, Pädi tanzt nach Tango auch Salsa, unvorstellbar).

Zu unserem gelungenen Aufenthalt in Cuenca trug auch massgeblich unsere geniale Gastfamilie bei, die uns mit leckerer, ecuadorianischer Küche versorgte. Die pensionierten Rebeca und Fabián haben drei Kinder, die schon alle ausgeflogen sind. Küchentischgespräche waren bei der Familie sehr beliebt. Besonders Freitagabend, wo ich jeweils mit Fabián mit ein, zwei, (drei, vier,..) Scotch auf das Wochenende anstossen durfte. In diesen Phasen kam er jeweils mit lustigen Anektoden über ehemalige Schüler um die Ecke. Wie beispielsweise mit dem japanischen Hippie, der den lieben Gasteltern weismachen wollte, dass die Räucherstäbchen wirklich gut für die Gesundheit seien. Oder die Deutsche Elke, die sich bei jedem kleinen Sonnenstrahl im Bikini in den Hof fläzte und jedes Wochenende nach Puerto Lopez an den Strand fuhr (ca. 8 Stunden(!) Busfahrt entfernt). Ich glaube es war auch an einem Freitagabend, als ich Fabián von den tollen Desserts meiner Freundin vorschwärmte. Resultat: Erdbeer-Tiramisu á la Francesca in der Folgewoche für uns. :-)

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Ecuador, Südamerika