24. Feb
2012

Lima – und wie unser Gepäck Beine bekam

Endlich wieder Küste, für mich gleichbedeutend mit Wärme und tollem Essen. Den ganzen Tag warmes Wetter und ein Ceviche nach dem anderen (kalte, halbrohe, in Limetten marinierte Meeresfrüchte mit Scharf und Koriander). Die Limeños kommen einem enorm entgegen mit ihrem Essen, da gibts solch gute und supergünstige Mittagsmenüs inkl. Getränk für sage und schreibe 3 Stutz. Von den süssen Köstlichkeiten will ich gar nicht erst beginnen – aber lasst euch gesagt sein: die besten Churros (frittierte Teigstange mit Zucker bestreut oder mit Dulce de Leche- oder Schoggifüllung), die gibts im Manolo…

Nebst dem Essen gabs auch anderes zu tun und da es sich auf Küstenhöhe plötzlich wieder schneller läuft und man wieder mehr Schnauf zur Verfügung hat, gaben wir dann auch Vollgas bei der Stadtbesichtigung. Kirchen waren die Hauptattraktion, so aus dem Bauch heraus haben wir bestimmt jede im Zentrum verfügbare Kirche besichtigt.. Aber sie sind eben auch wahnsinnig ansehlich, antik, schön, farbig, verschnörkelt, imposant usw usf. Eine gute Investition der Stadt war sicherlich auch die Rondelle im Parque Kennedy in Miraflores. Da tanzt samstags und sonntags alles, was noch auf zwei Beinen stehen kann. Stets war Männerwahl und Gringas willkommen. Aber die Gringa zierte sich und wollte partout nicht in die Rondelle aka Schlund – die Peruanerinnen hätten mich wegen meinen eher dürftigen Tanzkenntnissen in der Luft zerrissen!

Nach 3 Tagen war dann auch wieder genug Stadt und wir entschieden uns, noch eine Zwischenstopp im Norden von Peru einzulegen. Ein Taxifahrer versprach uns unschlagbares Essen – wenn das kein Versprechen war. Beim besten Busunternehmen der Stadt kauften wir uns also Tickets nach Chiclayo, abends sollte es losgehen. Beim unternehmenseigenen Terminal mussten wir sogar unser Gepäck wägen und einchecken, als ob wir auf einem Flughafen wären. ‚Das ist ja obersicher und wahnsinnig pingelig für Südamerika‘, dachten wir uns noch. Dann hiess es warten. Erste Durchsage: Busverspätung von 15min… Zweite Durchsage: weitere Verspätung von 30min… Nach einer weiteren Stunde mal kurz nachfragen, aha, Bus kaputt, auf neuen Bus warten. Wieder warten. Keine Durchsage mehr. Erneutes Nachfragen nach einer weiteren Stunde. Waaas? Bus ist abgefahren? Mit dem Gepäck? Kein Bus mehr heute? Und selber Schuld sollten wir dann auch noch sein, wir hätten eben die Durchsage nicht gehört oder nicht verstanden, aha! Da sprach ich dann plötzlich sehr fliessend Spanisch und meine Mimik sprach glaube ich Bände… Gepäck in Chiclayo, wir immer noch in Lima. Der nächste verfügbare Bus ging in 24h, eine Extranacht mehr und dann hatten wir Lima endgültig gesehen.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Peru, Südamerika

20. Feb
2012

The Making Of – Weihnachtsfoto

Es liegt vom Gefühl her schon wieder WELTEN zurück, doch vorgenommen ist eben vorgenommen. Auch wenn wir gerade bei Ü30 Grad am Strand leiden :). Ich will euch doch nicht diese tollen, professionellen Fotos zu unserem Weihnachtsbeitrag unterschlagen.

Test 1: Wie sehe ich aus? Was macht der Hintergrund? Kamera richtig eingestellt? Blitz? Bitte lächeln!

Test 2: Au weia… Am Hintergrund müssen wir noch feilen – da ist sichtbar, dass es ein Vorhang ist und wir vor der Heizung sitzen! Auch lenkt dieser Arm ziemlich ab. Vom Lachen möchte ich gar nicht erst anfangen…

Test 3: Hey, halt – ich wusste gar nicht, dass jetzt gerade getestet wird! Schliesslich muss sich jemand um ein Podest für die Kamera kümmern, so dass dieser störende Arm nicht mehr zum Einsatz kommt.

Test 4: Jaaa, schon viel besser. Heizung weg, aber immer noch sichtbarer Vorhang. Da muss noch etwas Zoom ran..

Test 5: Amaaaazing, wooonderful, looovely. Just greeeeat! Bildausschnitt perfect: weihnachtlicher Hintergrund mit einigermassen normal lächelndem Vordergrund, ein bisschen Bling-Bling und die Frisur hält!

Von Francesca | 1 Kommentar | Kategorie(n): Allgemein

17. Feb
2012

Do it yourself Machu Picchu

Es wäre so einfach. Rein zu einem der zahllosen Touranbietern, „Zweimal Machu Picchu Tour mit Pommes, bitte!“, Geld hinklatschen und auf die organisierte Zweitagestour. Ist aber natürlich nix für uns extremen Indie-Traveler.. Wir rennen lieber einmal zur Touristen Info („Wie kommen wir allein zum Machu Picchu?“), dann quer durch Cusco zum Verkaufspunkt der Tickets und nochmals auf die andere Seite der Stadt für das Zugbillet. Obs letzten Endes günstiger war, wissen wir nicht – aber hauptsache selbständig unterwegs, ne!

Illusionen machen wir uns natürlich keine. Natürlich waren wir zusammen mit der ganzen Touristen-Meute im Zug nach Aguas Calientes, den Ausgangspunkt um auf den Machu Picchu zu gelangen. Eine schöne Fahrt ist es trotzdem: Am Fluss und steilen, grün bewachsenen Felswänden entlang fahrend hatte man durch die Panoramafenster einen tollen Blick auf die mystisch im Nebel liegenden Spitzen der nahen Berge.

Um am Folgetag den Touristenmassen ein Schnippchen zu schlagen, liessen wir klugen Köpfe uns natürlich was Tolles einfallen. Wecker stellen um 04:30 Uhr. Klasse! Und auf geht es zum Bus-Terminal zum Warten auf den ersten Bus. Ohne einen Kaffee, versteht sich. Der in Südamerika beliebte „Americano“ (heisses Wasser mit bisschen Kaffee) ist meiner Meinung nach sowieso eine Beleidigung, nein ein Verbrechen am Kaffee an sich. Aber das ist ein anderes Thema.

So landeten wir als einige der ersten Besucher um 6 Uhr morgens vor den Pforten des Machu Picchu und konnten den Sonnenaufgang geniessen. Sogar Fotos knipsen war möglich, ohne die sich später um die Ruinen schlängelnden Touristenströme. Einfach nur eindrucksvoll, was die Inkas auf diesem Berg für eine Stätte errichtet hatten. Noch heute ist nicht wirklich erforscht, was die Inkas an diesem geheimnisvollen Ort trieben, wo heute nur noch die Lamas grasen.

Von Pädi | 3 Kommentare | Kategorie(n): Peru, Südamerika

14. Feb
2012

Am Nabel der Welt in Cusco

Schönes Cusco. Die Bezeichnung Cusco entstammt dem indigenen Quechua und bedeutet „Nabel der Welt“. Es gibt hier viel zu tun, dies bemerkt man im Zentrum der Stadt, wo man alle paar Meter angequatscht wird. Massage? Machu Picchu? Inca Trail? Train Ticket? Tour? Informacion? Alpaca? Taxi? Restaurante muy rico? Una foto? „No, gracias“ spulten wir bereits runter wie eine Schallplatte mit Sprung.

Wir entflohen dem Zentrum und entdeckten dadurch die schönen, ruhigeren Gassen die geprägt sind von Kolonialbauten und Mauern mit exakt zugeschlagenen Steinen aus der Zeit der Inkas. Hier probierten wir auch erstmals eines meiner peruanischen Lieblingsgerichte „Aji de Gallina“ und stellten fest, dass auch in den Restaurants von Cusco ein südamerikanisches, ungeschriebenes Gesetz gilt: Salzstreuer gibts, diese sind jedoch mit 100%-iger Sicherheit verstopft und unbrauchbar.

Die Stadt wird sehr schön gepflegt. Man merkt, dass wohl unter anderem der blühende Tourismus das Geld in die Kassen der Stadt zu spülen vermag. Zudem fällt auf, dass Restaurants und Läden ihre Schriftzüge nur dezent in schwarzer Farbe an die Ladenfront hängen dürfen. Also kein hässlicher, kunterbunter Schilder-Wirrwarr wie so in manch anderer Stadt. Das gefällt.

Ein Ausflug führte uns dann zu den Salinas de Maras nahe Cusco, wo durch die natürliche Salzgewinnung aus einer salzhaltigen Wasserquelle eine surreale Landschaft von Salzwasserbecken entsteht. In Moray lernten wir dazu noch, dass die riesigen, in konzentrischen Kreisen angelegten Terrassen nicht von Ausserirdischen stammen, sondern von den Inkas für den experimentellen, mehrstufigen Anbau von Mais und Kartoffeln errichtet wurden.

Zurück in Cusco durften wir am 2. Februar noch die Fiesta für die „Virgen de la Candelaria“ miterleben. In bunter, traditioneller Kleidung wurde in den Strassen von Cusco musiziert, getanzt, gegessen und getrunken was das Zeug hält.

Von Pädi | 3 Kommentare | Kategorie(n): Peru, Südamerika

12. Feb
2012

Eigentlich waren wir am Titicacasee

Noch immer nicht in tieferen Gefielden angelangt, sondern gleich nochmals hoch hinaus zum Titicacasee. Eigentlich hatten wir Grosses vor um und auf dem See. Eigentlich… Aber es kommt ja immer alles anders als man denkt. Denn eigentlich hütete ich das Klo. Eigentlich wäre da die Isla del Sol – Sonneninsel, laut den Inkas der Entstehungsort der Sonne. Haben wir nun eben nicht gesehen.

In Copacabana, auf bolivianischer Seite des Sees, blieben wir, bis ich fahrtüchtig war. Gerade viel hielt uns auch sonst nicht dort. Relativ kleines, friedliches und überschaubares Dörfchen – wenn da bloss nicht so viele „eingekleidete“ Touristen wären. In keinem anderen südamerikanischen Ort sind uns so viele Traveller begegnet, die nicht nur einen Alpaka-Pulli, sondern gleich auch noch die farbigen, gestreiften Hosen, die Wollenstulpen, das Streifenhaarband oder die Wollmütze UND die gewebte Handtasche dazu trugen. Alles zusammen kombiniert, sahen sie aus wie eben dem Zirkus entsprungen. Einzeln hui – zusammen pfui. Die Bolivianer müssen marketingtechnisch so einiges richtig gemacht haben, dass die Touris ihre verborgenen Hippie – Gelüste ausleben können. Ein  Souvenir in allen Ehren, aber mit Geschmack bitte…

Weiter gings nach Puno, unserer ersten Station in Peru am Titicacasee. Dort genossen wir vor allem den gratis Cocatee am Nachmittag in unserem Hostel, da uns das Wetter in Peru gleich mal so richtig durchgab, dass wir zur Regenzeit angekommen waren. Und so hielt sich auch hier die Unternehmungslust arg in Grenzen, eigentlich. Wir schafften es dann doch noch, ein wenig Sightseeing zu machen. Auf dem Plan standen die Uro-Inseln, auch „die schwimmenden Inseln“ genannt. Vorgelagert vor Puno auf dem Titicacasee schwamm nun diese kleine Kommune auf ca. 80 Inseln aus Schilf. Uns kam das Ganze etwas gar touristisch vor und man hörte munkeln, dass die Bewohner auch nur tags auf den Inseln wohnen und abends in ihre Dörfer an Land zurückkehren. Trotz all dem war es interessant zu sehen, wie sie neue Inseln entstehen liessen oder ihre älteren Inseln im Stand hielten.

Eigentlich wollten wir ja von Puno mit der Bahn weiterreisen, da ich die schöne Zugstrecke zwischen Puno und Cusco bereits von meinem letzten Besuch in Peru kannte. Die Peruanische Bahn hatte da aber etwas dagegen, in der Zwischenzeit wurde die Bahnfahrt vom Backpacker- zum Luxusangebot umgekrempelt. Die 200$ pro Person sparten wir uns und nahmen eben wieder – was sein muss, muss sein – den altbekannten Bus.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Bolivien, Peru, Südamerika