30. Jan
2012

Schnipp schnapp, Haare ab

Wir sind jetzt doch schon eine Weile unterwegs. Und seit Buenos Aires bin ich rasierfaul geworden. Will heissen, dass mein Bart seit etwa 2 Monaten und mein Kopfschmuck schon seit ca. 4 Monaten stetig wächst. Um dieser Verwahrlosung endlich entgegenzuwirken, musste also ein Besuch beim Friseur/Barbier her. Die Auswahl des vertrauenswürdigsten Coiffeur-Ladens in Sucre habe ich grosszügig Francesca überlassen.

Also ein bisschen mulmig war mir ja schon zu Mute als ich im Sessel Platz nahm. War ich doch noch nie im fernen Ausland zum Haare schneiden und an meinen Bart hat noch nie jemand anderes ausser mir Hand angelegt. Erstmals zur Sicherheit noch das Foto auf meinem Pass gezeigt, damit sich mein bolivianischer Coiffeur ein Bild vom „Vor-vier-Monate-Pädi“ machen kann. Also los gehts. Oh, wozu ist bitte dieser Miniatur-Flammenwerfer gut den der nette Herr Coiffeur da betätigt?? Aha, Kamm und Schere werden damit gereinigt, alles klar. Hmm, der Sitz ist etwas hoch und ich bin auch nicht grad der Kleinste – kommt der kleine Mann bis zu meinem Kopf hoch? Ja, seine Armlänge reicht gerade so bis ganz oben. Tolle Sache, fast besser als daheim. Und warum soll ich mich bitteschön in Zukunft noch selber rasieren? Haarschnitt und Rasur erfolgen mit Hochpräzision, mein neuer Coiffeur ist ein absoluter Profi.

So seh ich schlussendlich wieder ganz ordentlich aus, der befürchtete Bürstenschnitt ist ausgeblieben. Die Ohren kommen wieder schön zur Geltung und das bartlose Babyfüdle-Gesicht grinst wieder aus dem Spiegel zurück. Eine tolle Erfahrung, mal sehen wo mich der nächste Coiffeurbesuch hinführen wird.

Von Pädi | 2 Kommentare | Kategorie(n): Allgemein, Bolivien, Südamerika

28. Jan
2012

Die Luft wird dünner im süssen Sucre

Wir sind jetzt in Bolivien. Und das merkt man. Der Unterschied zu Chile oder Argentinien ist riesig, ich habe das Gefühl im „richtigen“ Südamerika angekommen zu sein. Bolivien ist spürbar weniger von europäischen Einwanderern (oder Besetzern) beeinflusst als seine südlichen Nachbarn. Neben den wunderschönen, traditionell mit bunten Decken und Melonenhut bekleideten Cholitas, den vielen Marktständen und dem deutlich indigenen Aussehen der Einheimischen, macht sich dies leider auch durch die allgegenwärtige Armut bemerkbar. Man stösst auf viele bettelnde Kinder und am Strassenrand sitzende, betagte Damen die um ein paar Bolivianos betteln. Obwohl dieser Anblick einem manchmal fast das Herz zerreisst, tut die Konfrontation mit dieser harten Realität uns gut. Sie hält uns Wohlbetuchten wieder mal vor Augen in welchem Überfluss wir leben und mit was für „Pipifax“-Problemen wir uns durchs Leben schlagen.

Die Orte auf unserer Reise erkunden wir ja für gewöhnlich zu Fuss in zügigem Tempo. In Sucre müssen wir aber erstmals einen Gang zurückschrauben, damit wir nicht ausser Atem kommen. Die Hauptstadt Boliviens (wir lernen auf unserer Reise gerne dazu: das viel grössere La Paz ist nur Regierungssitz) liegt auf ca. 2700m und die dünne Luft macht sich bei körperlicher Betätigung so richtig bemerkbar. Kein Wunder treten die südamerikanischen Fussballmannschaften nicht gerne in Bolivien zu Auswärtsspielen an. Glücklicherweise gibt es den Coca-Tee, der uns hilft mit der luftigen Höhe fertig zu werden. Wer übrigens glaubt, dass in diesen Höhenlagen eine Saukälte herrscht, irrt sich jedoch gewaltig. Gefühlte 25-30 Grad stehen an der Tagesordnung.

Die schmucke Hauptstadt hat es uns dann auch wirklich angetan. Schöne Kolonialbauten, ein überschaubares Zentrum mit Cafes und Restaurants und ein toller Markt mit allem was das Herz begehrt. Shopping-Centren sind hier schlichtweg überflüssig. Da liessen wir es uns nicht nehmen, lokale Spezialitäten wie Papas Rellenas (gefüllte Kartoffeln), Chorizo-Sandwiches oder leckere Empanadas zu probieren. Runtergespült wurde das Ganze jeweils in der Jugo-Ecke des Marktes, die mit seiner Auswahl an Fruchtsäften seinesgleichen sucht.

Von Pädi | 3 Kommentare | Kategorie(n): Bolivien, Südamerika

26. Jan
2012

Autoritt in den Salar

Im Rhythmus des Schotters hotterte unser Partymobil (Edwin scheint die 80er-Jahre Musik sehr zu mögen) zu spuckenden Geysiren und brodelnden Schlammlöchern und von Lagune zu Lagune. Eine schöner als die andere, einmal weiss, einmal grün, einmal rot, jeweils mit Flamingos oder Lamas garniert – echte Schmankerl. Den Tag begossen wir dann mit zwei Flaschen Rotwein gegen die Höhenkrankheit (laut Franzosen soll das helfen) und Unmengen an Zaubertricks, bestaunten noch den imposanten Sternenhimmel ohne Lichtsmog, bevor es dann très sexy in Thermosunterwäsche ins kalte Bett ging. Erstmals auf unserer Reise kam die Thermosunterwäsche zum Einsatz und so tragen wir ab sofort nur noch das Moskitonetz unbenutzt durch die Gegend.

Nächstentags gings frühmorgens weiter in unserem Gefährt – Edwin, mässig gut gelaunt, da wir zum wiederholten Male seine empfindlichen Autotüren zu fest zugeschlagen haben (Amigo, con calma por favor – mein Freund, mit der Ruhe bitte), erläuterte uns, dass wir gestern besser keinen Rotwein getrunken hätten und besser nicht so lange das Schwefel der Geysire eingeatmet hätten. Das hätten wir nun davon, die Höhe verzeihe nichts. Naja, so waren wir eben nicht nur müde mit Kopfschmerzen, sondern wurden auch noch blöde. Kein Wunder bei Tageshöchsthöhe von 4900 m.ü.M. (sagte zumindest Mathias Schweizer Sackmesser aus). So ging es weiter in die endlosen Weiten bis nach Uyuni. Nächstentags entschied sich die Morgenmuffelgruppe doch tatsächlich für die Sonnenaufgangvariante anstatt der gemütlichen Spätmorgenvariante und so musste Edwin schon um 4:45 antreten. Noch in der Dunkelheit fuhren wir auf den Salar de Uyuni, den grössten Salzsee der Welt. Momentan am Rande nicht ganz ausgetrocknet und etwa 20-30cm unter Wasser, da gerade Regenzeit herrscht. Und so genossen wir den Sonnenaufgang bereits mit viel Rumgehopse vor der Kamera mit zig anderen Beobachtern. Nach dem stärkenden Frühstück wurden unsere Hirnzellen auch noch wach und wir waren bereit für Höchstleistungen; zumindest was die Fotografie betrifft. Das „Fangis“ aus lauter Überstelligkeit stellten wir nach kurzer Zeit wieder ein, die Luft blieb uns weg.
Zurück in Uyuni gings gesalzen unter die Dusche. Erste Luxusprobleme erwarteten uns… „Pädiii? Da ist kein Wasser mehr… Ah ja, es tropft wieder. Pädiii! Ich bin einshamponiert und es kommt wieder kein Wasser!“
Abends dann der Abschiedsumtrunk in der Extreme Fun Bar – der Name war Programm. Toll wars!

Von Francesca | 2 Kommentare | Kategorie(n): Bolivien, Südamerika

23. Jan
2012

Wüstenprogramm in San Pedro de Atacama

Mit dem Nachtbus gings in Richtung San Pedro de Atacama. Von der Küste auf 2440 m.ü.M. in die Wüste, so quasi von 0 auf 100. San Pedro – die Extreme. Tagsüber super heiss, nachts saukalt. Hunde und Staub en masse, Wasser nur tröpfelnd. Wenn schon Touristen, dann in Scharen.

Wir liessen es langsam angehen und so entspannten wir in der Hängematte – schliesslich wollten wir ausgeruht sein für unser Wiedersehen mit dem Walliser-Glarus-Paar Charlotte und Mathias mit denen wir allerhand vorhatten. So radelten wir zusammen in die Wüste, stampften im Fluss, erkletterten Felsen (Was siehst du? Ahh.., auch Stein und Sand? Ja, dasselbe wie vorher!), teilten Guezli und Wasser, schwankten zusammen zum Hostel nach wohlverdientem Pisco Sour uuuuund buchten miteinander die Tour von San Pedro nach Uyuni in Bolivien.

Frühmorgens gings los mit dem langen Grenzübertritt nach Bolivien; die Chilenen schienen uns einfach nicht gehen lassen zu wollen. Bald merkten wir auch den Grenzverlauf des Landes. Teerstrasse endet, Schotter beginnt – bienvenidos a Bolivia. Ein bisschen gespannt waren wir nach dem Grenzübertritt nach Bolivien ja schon, mit welchen anderen Leuten wir vier nun den 4×4 teilen werden. War es die brasilianische Familie mit den keifenden Mädels? Oder die mitteilungsbedürftige Nachbarin vom Norden? Oder aber das italienisch-irische Paar? Gar die hundehassenden Engländer? Unser Glück war uns wiedermal hold und ein französisches Paar wurde uns zugeteilt. Somit machte sich die Schweizerische-Französische Allianz mit bolivianischem Guide Edwin auf den Weg in unser gemeinsames dreitägiges Abenteuer.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Chile, Südamerika

21. Jan
2012

Tigi meets Chile

Auch Enten sollen feine Tropfen mögen, liess ich mir sagen und so liess sich Tigi die Weindegustation in Santiago nicht entgehen. Fazit: Tigi musste heimgetragen werden – die Räder rollten etwas gar unkoordiniert.

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Chile, Südamerika, Tigi meets...