29. Nov
2011

Wir sind schlechte Strand-Touristen – Punta del Este

Punta del Este gilt bei den Südamerikaner als ziemlich populärer Badeort. In den Sommerferien (bitte rasch umdenken, Sommer ist irgendwann zwischen November und Februar) strömen die Leute massenhaft hier hin und feiern Partys bis zum Abwinken. Wir stellten uns psychisch also vor unserem geplanten „Relaxen-am-Strand“ Besuch in Punta schonmal auf das Ibiza von Uruguay ein. Doch weit gefehlt: Leere Strassen, kaum Leute am Strand und viele Geschäfte haben geschlossen. Anscheinend ist noch Pre-Highseason bei unserer Ankunft. Um so besser für uns, da können wir nach den Busfahrten durchs Hilly-Billi Hinterland von Uruguay mal endlich wieder wie geplant ausspannen. Also ab mit dem Buch an den Strand und etwas in der Sonne braten.

So ein halber Tag am Strand war dann auch schon wieder genug für uns. Der Sand ist halt etwas sandig und „chläbt überall“ (ich gebs zu, es gibt schlimmere Probleme). Und schliesslich sind wir hier ja nicht etwa im Urlaub, ne. Also machten wir uns doch lieber auf zu einem Ausflug wo wir mal wieder bei 35 Grad an der prallen Sonne rumwatscheln oder auf den Public Bus warten dürfen. Wir statteten dem Lebenswerk „Casa Pueblo“ des uruguayischen Künstlers Carlos Páez Vilaró, einem riesigen weissen Haus/Hotel an wunderschönen Küstenlage, einen Besuch ab. Sehr sehenswert, nur unsere Abstimmung mit dem Busfahrplan wäre noch zu optimieren.

Wer in Uruguay übrigens ein Bier bestellt, sollte immer genügend Durst mitbringen. Das kleine Bier (vgl. Stange) existiert hier ausschliesslich auf der Karte. Serviert wird in nahezu jedem Fall, unabhängig von der Bestellung, die 1L Flasche. Grund dafür ist wohl, dass die Uruguayer gerne ein Bier zu zweit teilen. So durfte ich auf der Reise durch Uruguay manch eine Literflasche mit mir selbst teilen.

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Südamerika, Uruguay

27. Nov
2011

Mit dem Bus ist es am schönsten…

Weil unsere Toleranzgrenze bezüglich Anzahl Busfahrstunden noch nicht erreicht wurde, haben wir uns doch tatsächlich für eine Busfahrt quer durch Uruguay entschieden. So tingelten wir mehrere Tage durch die Steppe und übernachteten in Städtchen mit Wild-West-Charme und wohlklingenden Namen wie Tacuarembó, Melo und Treinta y Tres. Das Ganze war relativ gut überschaubar und so war wenigstens 3 Mal auf unserer Reise der Busterminal sehr nah.

Die Fahrten waren sehr angenehm, mal lief uruguayisches Radio, mal knabberten wir Empanadas oder nutzten das freie Internet im Bus. Aber hauptsächlich schauten wir aus dem Fenster, denn schliesslich war dies unser erklärtes Ziel für die Durchquerung von Uruguay. Zumindest ich habe das Ziel erreicht und ständig durch die Fensterscheiben nach dem nächsten Highlight Ausschau gehalten (wohl oder ÜBEL ohne andere Alternative…). Pädi hat meist von der Landschaft geträumt.

An mir vorbeigezogen sind endlose Weiten, hügelige Landschaften und sumpfige Gebiete, aber vor allem Kühe und Pferde (höre ich da schon Grossvater sagen, dass ich für das nicht ins Ausland hätte gehen müssen :)?) Mitten im Nirgendwo hielt dann immer wieder mal der Bus an und Gauchos mit ihren Hemden, Hüten und kniehohen Stiefeln stiegen ein oder aus – und Pädi erwachte aus seinen Träumen.

Von Francesca | 3 Kommentare | Kategorie(n): Südamerika, Uruguay

24. Nov
2011

Tigi meets Paraguay

Der letzte Abschied in Brasilien wog schwer, Tigi brauchte danach etwas Ablenkung. Die Jesuiten-Ruinen von Trinidad taten ihr Bestes, aber das Wetter schien sie nicht ganz zu überzeugen.

Von Francesca | 2 Kommentare | Kategorie(n): Paraguay, Südamerika, Tigi meets...

22. Nov
2011

Eine Hand voll Argentinien, eine Nase voll Paraguay

So, Grenzübertritt geschafft. Da waren wir also plötzlich nicht mehr in Brasilien…

Den Anfang in Argentinien machte Posadas hoch oben im Norden, dort wollten wir uns erstmals anklimatisieren (dividiert durch wieviel sind diese Pesos jetzt schon wieder?).Von der portugiesischen Sprache konnten wir uns kaum mehr trennen, das „obrigada“ hat sich sowas von eingebrannt…

Auffallende Unterschiede gab es zuhauf – da gab es auf einmal sehr viel Fleisch mit etwas Fleisch garniert und Fleisch dazu. Auch scheinen sie hier sehr geniesserisch zu sein, ein Weinchen hier, ein Mate dort. Zur Erklärung: Mate ist dieser Kräutertee, den man mit einem Silberröhrli mit angebautem Sieb (Bombilla) aus einer Kalebasse (ausgehöhlte und getrocknete Hülle eines Flaschenkürbisses) trinkt. Das ist sowas wie eine Lebenseinstellung, denn hier trägt jeder 2. eine Thermoskanne mit heissem Wasser und Zubehör den ganzen Tag mit sich rum, schliesslich muss man den ganzen Tag daran nippen können. Kein Mate – schlechter Tag, viel Mate – guter Tag, ganz einfach, oder?

Posadas war jedoch vor allem Ausgangspunkt für unseren Trip nach Paraguay. Doch irgendwie wollte das Ganze nicht so mit Liebe auf den ersten Blick. Argentinien wollte uns partout nicht nach Encarnación ausreisen lassen. Sie schliessen immer mal wieder die Brücke rüber, scheinbar aus Protest wegen der ganzen Schmuggelware und dem steuerfreien Einkaufen, das sie ennet dem Fluss anbieten. Tags darauf war die Grenze wieder freigegeben und die Busse voll. Auch im Bus schien die Liebe der Argentinier gegenüber den Paraguayanern nicht in fortgeschrittenem Stadium. Man schärfte uns ein, ja die Einreisestempel auf das Datum zu kontrollieren. Die Paraguayaner seien Schlitzohre und Korruption an der Tagesordnung, man wolle bloss unser Geld, wenn wir dann mit bereits abgelaufenem Visum das Land wieder verlassen würden. Papperlapapp, alles lief in geordneten Bahnen, aber sehr genau nahmen sie es dann doch nicht.

Was wollten wir nun eigentlich in Paraguay? Erstmals schnell Geld auf der Strasse wechseln *hüstelhüstel*, damit es dann weiter gehen konnte nach Trinidad. Was wollten wir in Trinidad? Wenn wir das bloss selbst gewusst hätten… Also die Jesuitenruinen waren.. ähm.. interessant. Die Anfahrt.. hmm.. waghalsig. Der Chipa-Snack im Bus.. mampf… hervorragend.

Von Francesca | 3 Kommentare | Kategorie(n): Argentinien, Paraguay, Südamerika

20. Nov
2011

Die Iguaçu Wasserfälle

Zum Abschluss unserer Reise durch Brasilien erwartete uns an der Grenze zu Argentinien noch ein absolutes Highlight. Die Iguaçu-Wasserfälle gelten als die wohl schönsten der Welt (jaja, ein bisschen Touristik-Werbung darf doch sein). Francesca war auf ihrem Südamerika Ego-Trip schon mal bei den Fällen und kannte die Gegend schon. Für mich war der Besuch jedoch der Wahnsinn, noch nie hab ich eine solche Wassermenge von Klippen stürzen sehen. Wir besuchten die brasilianische Seite mit dem schönen Blick auf die Fälle (ca. 275 an der Zahl), sowie die argentinische Seite auf welcher man dem brausenden Wasser näher kommt. Der Devil’s Throat (Teufelsrachen) hat uns glücklicherweise nicht verschlungen. Er begnügte sich damit, uns mit Wasserwolken vollzuspritzen. Als Tüpfelchen auf dem i gönnte ich mir noch den kurzen Heliflug über die Gegend – eine einmalige, gigantische Aussicht!

Der Superlativen noch nicht genug, steht in Foz do Iguaçu an der Grenze zu Paraguay mit dem Itaipu-Damm einer der grössten Staudämme der Welt. Er gehört zu gleichen Teilen Brasilien und Paraguay und deckt grosse Teile derer Stromversorgung. Wie ich gelesen habe, könnte man mit dem verbauten Beton eine zweispurige Autobahn von Moskau nach Lissabon bauen. Ein schöner Vergleich, um die riesigen Dimensionen fassen zu können.

Da Francescas Tigerente bis anhin noch nicht so viel von Brasilien gesehen hatte, besuchten wir mit ihr noch den grossen Vogelpark in Foz do Iguazu. Prompt schloss das Schlitzohr Bekanntschaft mit einem Tucan. Die Anmache des Latinos war aber wohl etwas zu plump, denn die beiden farbigen Vögel gehen bereits wieder getrennte Wege. Mit unserem Aufenthalt in Foz do Iguazu ging so auch unsere Zeit in Brasilien zu Ende. Wir können auf eine tolle Zeit in einem Land zurückblicken, das uns mit seiner Vielfalt immer wieder überrascht hat.

Bye bye Brasilien, du hast uns sehr gut gefallen! Vielleicht kommen wir ja mal wieder, um die noch nicht besuchten Plätze zu entdecken..

Als Zugabe noch ein Video von der brasilianischen Seite der Iguaçu-Fälle (die anderen Touris konnte ich leider nicht rausschneiden):

Von Pädi | 1 Kommentar | Kategorie(n): Argentinien, Brasilien, Südamerika