17. Mai
2012

Pura Vida

In Costa Rica sagt man nicht Danke. Man sagt auch nicht Tschüss, Prost oder Bitteschön. Dies nicht etwa weil die Ticos und Ticas – so werden die Einheimischen genannt – besonders unfreundlich wären. Hier kennt man eigentlich nur einen Begriff und der lautet: Pura Vida! Ein “Pura Vida” passt einfach bei jeder Gelegenheit und so nahmen wir uns den Ausdruck mal für ein paar Tage zu Herzen. Echtes Leben hiess für uns in Montezuma und Tamarindo die Strände erkunden (inklusive der Liegestühle)  und leckere Gerichte zu essen. Dank dem internationalen Einfluss in Tamarindo blieb es nicht nur beim Gallo Pinto in verschiedenen Varianten, dem typischen Tico-Frühstück mit Reis und Bohnen. Da gabs Cazuela de Mariscos direkt am Strand, Pizza von echten Italienern und Bibimbap wie in Südkorea.

Pura Vida ist nicht ganz billig, mussten wir beim wiederholten Gang zum Bancomaten feststellen. Da wir bis jetzt weder einen Goldesel noch eine Möglichkeit zur Monetarisierung unseres Blogs gefunden haben, mussten Sparmassnahmen her. Hin und wieder ein Müesli mit Yoghurt und Früchten musste da ausreichen. Nicht so schlimm, denn aus Costa Rica kommen die ganzen Ananas und Bananen. Hier dürfen diese vor der Ernte länger reifen als die Export-Früchte und schmecken daher doppelt so lecker.

Zu einer kleinen Geschichte aus dem Hostel-Alltag. Wo ich überhaupt keinen Spass verstehe: Wenn mir jemand die Milch wegsäuft! Man stelle sich vor, da stellt man abends eine volle 2 Literpack Milch in den Kühlschrank des Hostels und am Morgen danach hat es darin kaum noch genug für meine Cornflakes. Das war ein böser Mensch. Da reicht kein “That’s not your milk, f-cking a**hole” auf die Milchpackung schreiben, nein da hilft nur eins. Die leere Packung mit Wasser füllen und zurück in den Kühlschrank damit. Und siehe da, jemand hat sich am nächsten Tag doch tatsächlich einen leckeren Schluck Wasser in den Kaffee oder in sein Müsli gegönnt. Tja lieber Milchdieb, nicht mit uns. Wir servieren die Rache kalt.

In Tamarindo hatten wir unseren ganz privaten Reiseführer. Alessia ging hier schon seit einigen Wochen in die Sprachschule und kannte den kleinen Touristenort in- und auswendig. Nun ja, der Ort in dem keine Einheimischen wohnen – Tamarindo besteht aus Hotels, Hostels, Bars und Restaurants – war schnell gezeigt. So hatten wir ausreichend Zeit am Strand mit Alessia das “Pura Vida” zu geniessen und die lustigen Aufreissversuche der einheimischen Surferboys zu beobachten. Bauch einziehen, Schulterblätter hinten zusammendrücken und ein lässiges “eh sorry, what time is it?”. Bei dem Überfluss an jungen Sprachschul-Mädels stellte sich auch bei der schlechtesten Quote irgendwann der Erfolg ein. Und wir auf unseren Liegestühlen hatten wunderbare Unterhaltung frei Haus.

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Costa Rica, Mittelamerika

14. Mai
2012

Dreh- und Angelpunkt San José

Dass Costa Rica zu einem der wenigen lateinamerikanischen Ländern gehört, in denen eine US-freundliche Regierung werkelt, zeigt sich alleine schon an den vielen Fastfood-Läden in San José. Kein grosser Name im Burgergeschäft darf da fehlen: KFC, Burger King, Mac Donalds, Wendy’s, alle da. So gibts in der Hauptstadt nach meiner Wahrnehmung auch den einen oder anderen mit etwas grösserer Konfektionsgrösse. Ob dies wohl mit den Ami-Burgern oder doch dem allgemein höheren Wohlstand zusammenhängt?

Fakt ist, dass Costa Rica eines der reichsten Länder Lateinamerikas ist. Dies spiegelt sich auch stark in den höheren Preisen. Ein Beispiel: Die Langstreckenbusse sind um einiges teurer als in den zuletzt von uns bereisten Ländern, sie sind aber merklich schlechter ausgestattet. Aircondition? Fremdwort. Bisschen Beinfreinheit? Fehlanzeige. Ich durfte schon mehrmals um 90 Grad gedreht im Bus sitzen, mit beiden Beinen in den Gang gestreckt. Als Rückenlehne durfte dann jeweils Francesca hinhalten. Sieht lustig aus, könnt ihr mir glauben, die anderen Fahrgäste können es bezeugen. Aber genug geklagt, mit meinem Gejammere über die Busse wecke ich nach 7 Monaten bei meinem Reisegspänli kein Mitleid mehr.

In San José gibt es ausser dem Nationaltheater nicht wirklich viel zu sehen. Dieses hat es aber in sich. Für einmal zeigt sich darin nicht der Einfluss der USA sondern die Spuren Europas. Marmor aus Italien, Bronze aus Belgien und Glas aus Frankreich wurden zu einem ansehnlichen Gebäude verarbeitet – das Theater könnte auch locker im alten Europa stehen.

Doch genug von der Hauptstadt. Hier landet man eigentlich nur, weil es der Dreh- und Angelpunkt ist um Costa Rica in alle Himmelsrichtungen zu erkunden. Die Attraktionen Costa Ricas sind an den Küsten, im Hochland und in den Nationalparks zu finden. Darum reisen wir weiter gegen Westen nach einem kurzen Abstecher bei Mac Donalds.

Von Pädi | Keine Kommentare | Kategorie(n): Costa Rica, Mittelamerika

11. Mai
2012

Familientreff im Nationalpark Tortuguero

Erstmals in unserer bis jetzt 7monatigen Reise, hatten wir Besuch der Familie (oder waren wir zu Besuch?). Meine Schwester Alessia gab uns die Ehre und reiste aus dem Nordwesten Costa Ricas nach San Jose an, um mit uns gemeinsam in den Osten zu fahren zwecks Touritour. Es gab viel zu bereden und so eine Alessia in Echt ist eben schon etwas anderes als via Skype :). Ausserdem kam der heiss ersehnte Nachschub Fenistil-Roller aus der Schweiz und wir wiederum beluden sie mit gebrauchten Reiseführern. Fairer Tausch, oder?

Nächstentags frühmorgens gings in Richtung Nationalpark Tortuguero. Unser erklärtes Ziel: Tortugas (= Schildkröten) sehen. Unsere Chancen standen 50:50, so hiess es. Die letzten Tage seien die bis zu 2.5m grossen Lederschildkröten jeweils zur Eiablage aufgetaucht. Gutes Omen, schlechtes Omen? Egal, einen Versuch wert soll es sein, dachten wir uns und machten uns abends um neun mit einem Guide auf den Weg. Strand auf, Strand ab hielten wir Ausschau nach Spuren und plötzlich… da hat es Spuren… leider von gestern. Weiter geht die Suche, Strand auf, Strand ab. Und wieder, riesige Schildkrötenschleifspuren, diesmal sogar frische von eben, aber keine Schildkröte weit und breit. Ach, vor lauter Patroullieren haben wir sie verpasst… Nach drei Stunden und der Stimmung im Keller war dann Schluss. Dann eben nicht!

Zur Wiedergutmachung zeigten sich auf den Flussfahrten dafür umso zahlreicher die Brüllaffen (die, die wie Tiger tönen). Kann mir ja keiner erzählen, dass aus einem so kleinen Affenmüli ein derartiges Gebrüll kommt… Aber auch die Vögel, Wassertiere und anderen Primaten liessen sich nicht lumpen und so zogen Tukane, Krokodile, Echsen, Klammeraffen, Kaimane, Kröten, Frösche und ganz viele Vögel an uns vorbei. Das reinste Tierkino – Vergnügen.

An der Reception unserer Unterkunft (tolles Resort, aber irgendwie zogen wir das Durchschnittsalter wahnsinnig nach unten) fanden wir noch ein UNO – Kartenspiel. Und so wurde gezockt bis zum Umkippen. Warum haben wir uns bloss kein UNO aus der Schweiz mitbringen lassen?

Von Francesca | Keine Kommentare | Kategorie(n): Costa Rica, Mittelamerika

6. Mai
2012

Dort wo sich die Tiere tummeln

Neben den Exportschlagern Kaffee und Bananen gibt es in Costa Rica einen weiteren boomenden Markt, den Ökotourismus. Dank den vielen Ausländern, die sich gerne durch die abenteuerlichen Urwälder führen lassen, wurden unzählige geschützte Nationalparks geschaffen. Mit gutem Recht brüstet sich das Land mit der riesigen Vielfalt an Tieren und Pflanzen – das feuchte Klima scheint der Natur zu gefallen. Als Erstes verschlug es uns an die Karibikküste. Alleine an der dunkleren Hautfarbe der Einheimischen bemerkte man schnell den karibischen Einfluss. Und dass hier alle Arten von “Pflanzen” gut wachsen, sah man bestens in den kleinen Äuglein der verpeilten Rastafaris.

In Cahuita konnte ich von der Hängematte aus innert kurzer Zeit schon fast so viele Tiere sehen wie auf unserem ganzen Amazonas-Trip in Brasilien. Dies lag daran, dass unser Bungalow direkt am Rand des schönen Nationalparks gebaut war. Da präsentierten sich mir Brüllaffen, Kolibris, unzählige Krabben, Geier, White Face Monkeys (zu Deutsch Weissschulterkapuziner), Heuschrecken, Papageien, Leguane, Eidechsen sowie ein Hund und eine Katze. Letztere beide haben es wohl nicht immer einfach, die Armen werden sicherlich von den Affen öfters gepiesackt. Auf meinem Hängematten-Konto sind unter diesen Voraussetzungen einige weitere Stunden gelandet. Überhaupt, gäbe es für jeden Menschen ein Kontingent an Hängematten-Stunden, ich hätte meines schon längst aufgebraucht.

Bei so vielen Tieren konnte ich mich mal wieder als Beschützer aufspielen. So durfte ich gucken gehen, ob es auch wirklich kein Tiger-Gebrüll war (“Ja Schatz, das ist ein Brüllaffe”). Und die gnadenlose Moskito-Jagd war meiner Ansicht nach recht erfolgreich. Dass Francesca trotz professionellem Moskito-Jäger und Moskitonetz mit Stichen übersäht aufwachen musste, zeigt jedoch, dass ihr Blut bei den Moskitos immer noch der letzte Hit ist.

Von Pädi | 1 Kommentar | Kategorie(n): Costa Rica, Mittelamerika

5. Mai
2012

Oh, wie schön ist Panama

Was denn das Ganze mit der Tigerente soll, hat anscheinend noch nicht jeder ganz verstanden. Und was wir da von kleinem Tiger und kleinem Bär schreiben schon überhaupt nicht.

Nun, da gibt es das wunderbare Kinderbuch von Janosch mit dem Titel “Oh, wie schön ist Panama”, das von den dreien handelt. Die Geschichte erzählt auf schöne Weise, warum wir in die weite Welt verreisen sollen – und warum es daheim so schön ist. Da Francesca schon auf früheren Reisen von Tigi begleitet wurde, durfte sie auch jetzt nicht fehlen und hat sogar eine eigene Blog-Rubrik gekriegt.

Hier also die Geschichte in zwei Videos mit den Original-Bildern erzählt. Wer “Oh, wie schön ist Panama” tatsächlich nicht kennt, sollte sich damit unbedingt weiterbilden.

Hier geht die Geschichte weiter und mit einer schönen Moral zu Ende:

Von Pädi | 2 Kommentare | Kategorie(n): Allgemein, Mittelamerika, Panama, Tigi meets...